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Schnee liegt in Kamtschatka nur einige Meter hoch

Medien berichten zuletzt über einen «Jahrhundertwinter» auf der Halbinsel Kamtschatka, die am östlichen Rand von Russland liegt. In Beiträgen auf Plattformen wie Tiktok und Facebook werden dazu vermeintliche Aufnahmen geteilt, die mehrstöckige Wohnkomplexe zeigen sollen, an denen der Schnee teils bis zu den Dächern reicht. Diese Videos sollen das Ausmaß des Schneefalls Mitte Januar 2026 in der Region dokumentieren.

Bewertung

Die Bilder decken sich nicht mit verifizierten Fotos aus der Region Kamtschatka. Mehrere Details deuten auf Fälschungen hin.

Fakten

Meteorologische Meldungen und Nachrichtenberichte belegen, dass die Halbinsel Kamtschatka im Osten Russlands in der ersten Januarhälfte 2026 außergewöhnlich starke Schneefälle erlebt hat. In der Regionalhauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski und Umgebung galt zeitweise der Ausnahmezustand.

Der «Stern» berichtete über «stellenweise bis zu fünf Meter hohe Schneeverwehungen an Häusern» und verweist auf lokale Medien. Auch die Schneemassen, die auf verifizierten Fotos zu sehen sind (etwa hier, hier und hier), sind deutlich kleiner als die auf den Bildern in den Social-Media-Beiträgen.

Hinweise auf Fälschungen

Zudem ist die Verteilung des Schnees in den Videos bei Facebook und Tiktok teils unplausibel: Während auf den Dächern der gezeigten Wohnkomplexe nur wenig zu liegen scheint, türmt er sich auf Balkonen und reicht an den Fassaden bis an die oberen Stockwerke.

In einer Szene ragt eine Schneewand gar meterhoch über das Dach eines mehrstöckigen Gebäudes hinaus. Im Vordergrund ist hingegen ein Auto zu sehen, das in wenigen Zentimeter hohem Schnee zu stehen scheint. Solche Darstellungen können durch Bildgenerierung mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) entstehen.

Seriöse Medien verifizieren Bilder in der Regel, bevor sie darüber berichten. Beispielsweise veröffentlichte «ZDF heute» eine Analyse zu diesen Szenen. Dort werden die Videos als «KI-generiert» markiert. Die Einschätzung erfolgte mit einem Google-Tools Auch die Deutsche Presse-Agentur veröffentlichte bereits einen Faktencheck zu einem angeblich von der russischen Halbinsel stammenden Video.

(Stand: 28.1.2026)

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Künstliche Intelligenz

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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