Kosten von Windrädern schon nach kurzer Zeit ausgeglichen - Featured image

Kosten von Windrädern schon nach kurzer Zeit ausgeglichen

Über die Stromerzeugung in Deutschland wird teils heftig gestritten. In einem Beitrag auf Facebook behauptet ein Nutzer, es handle sich bei Windparks «um die massivste, flächendeckendste Umweltzerstörung, die die Welt je gesehen hat. Alleine der Bau kann sich nie durch den Betrieb eines Windrads rechnen. Und der Abbau ist nicht mal einkalkuliert». Dieser Behauptung ist ein Video vom Bau eines Windparks beigefügt.

Bewertung

Der Bau von Windparks verursacht zwar CO2-Emissionen, diese sind aber im Verhältnis zu anderen Energieträgern sehr gering. Anders als bei fossilen Brennstoffen holen sie die Kosten teils innerhalb von Monaten im Betrieb wieder auf.

Fakten

Die drastische Behauptung, dass es sich bei Windparks um «die massivste Umweltzerstörung» handle, ist abwegig und faktisch nicht tragbar. Windparks haben im Vergleich zu anderen Stromerzeugungen eine vergleichsweise gute Klimabilanz.

Das liegt vor allem daran, dass Windparks im laufenden Betrieb keine direkten CO2-Emissionen verursachen, wie etwa in einer umfassenden Bewertung des Umweltbundesamts nachzulesen ist. Schon 2007 kam der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags zu dem Schluss, dass Windenergie eine der klimafreundlichsten Energieformen sei.

Trotzdem werden auch für den Bau von Windparks Rohstoffe benötigt, bei deren Herstellung oder Verarbeitung CO2 ausgestoßen wird. So zum Beispiel Beton: Dessen Verarbeitung ist deshalb relevant, weil unter anderem das darin enthaltene Bindemittel Zement mit hohen CO2-Emissionen verbunden ist.

Amortisationszeit beträgt etwa ein halbes Jahr

Je nach Modell und Größe der Windkraftanlage ist die Menge an verarbeiteten Rohstoffen unterschiedlich. Die bei der Herstellung und dem Bau ausgestoßenen Emissionen seien im Vergleich zu anderen Energieträgern jedoch verschwindend gering: «Windenergieanlagen amortisieren sich energetisch gesehen bereits im Laufe des ersten Betriebsjahres», heißt es dazu in einem Themenpapier des Umweltbundesamtes.

Die sogenannte Amortisation von Windrädern beschreibt also den Zeitpunkt, ab dem die anfänglichen Umweltkosten des Baus ausgeglichen sind. Zwei Kostenarten sind entscheidend: «Energetisch» meint, dass die Anlage so viel Strom erzeugt hat, wie für Herstellung, Betrieb und auch den Rückbau aufgewendet wird.

Und hinsichtlich der CO2-Emissionen gilt entsprechend, ab wann eine Windkraftanlage die Emissionen, die bei ihrem Bau entstanden sind, durch emissionsfreie Stromproduktion wieder eingespart. In einer Studie von 2021 wurden 33 Windturbinentypen in Europa verglichen; die Amortisationszeit im Vergleich zu den Nettoemissionen aus Gaskraftwerken mit einem Referenzwert von 0,5 kg CO2/kWh beträgt hierbei im Median 6,1 Monate.

Die Abbaukosten sind bei diesen Lebenszyklusanalysen (LCA) miteinberechnet. In dem zuvor bereits zitierten Themenpapier des Umweltbundesamtes heißt es über die Windenergieanlagen auch: «Wenn sie 20 Jahre in Betrieb sind, produzieren sie mehr als 19 Jahre „Nettogewinne“ an Strom.»

Zu einem ähnlichen Thema prüfte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) bereits zuvor eine Falschbehauptung. Dort heißt es: «Eine durchschnittliche Windenergieanlage produziert nach Angaben von EnergieSchweiz während der typischen Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahren mindestens 40-mal so viel Energie wie an grauer Energie anfällt.»

(Stand: 24.08.2025)

Fact Checker Logo

Klimawandel, Technologie

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen