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Screenshot des «Spiegel»-Artikels über Bärbel Bas ist gefälscht

Die Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Bundesregierung ist niedrig. Die Arbeitsministerin Bärbel Bas spürte diesen Unmut bei einer Rede vor dem Arbeitsgebertag Ende November in Berlin. Für eine Aussage über den Steuermittel-Zuschuss für die Rentenversicherung erntete die SPD-Politikerin Gelächter. Doch nun verbreitet sich in sozialen Medien, dass Bas danach angeblich juristisch gegen die Lachenden vorgegangen sein soll. Es kursiert ein Screenshot eines Online-Artikels mit dem Logo und der Optik des Magazins «Spiegel». In der Überschrift heißt es: «Arbeitsministerin Bas zeigt 100 Unternehmer an – nach Gelächter im Saal». Trifft das zu?

Bewertung

Falschmeldung. Der «Spiegel» hat so einen Artikel nicht veröffentlicht. Der Screenshot ist eine Fälschung. Es gibt keinen Beleg, dass es eine solche Anzeige gab.

Fakten

Sucht man auf der Webseite des «Spiegels» sowie über Suchmaschinen nach dem gezeigten Artikel, so findet sich kein Treffer. Auch andere Medien habe nicht darüber berichtet, dass Arbeitsministerin Bas irgendjemand angezeigt hätte. Es handelt sich um eine erfundene Nachricht.

Auffällig ist auch, dass die Uhrzeit der Veröffentlichung eines Artikels von «Spiegel.de» mit einfachem Punkt angegeben werden (Beispiel), also «11.02 Uhr» – nicht mit Doppelpunkt, also «11:02 Uhr» wie in dem manipulierten Screenshot.

Einer der ersten Beiträge mit dem gefälschten Screenshot tauchte in einem Telegram-Kanal auf, der dafür bekannt ist, erfundene Politiker-Zitate zu verbreiten. Diese waren schon mehrfach Gegenstand eines dpa-Faktenchecks.

Gelächter bei Arbeitgebertag

Korrekt ist aber, dass Bärbel Bas auf dem Arbeitgebertag 2025 Gelächter erntete. In ihrer Rede sagte die Arbeitsministerin: «Ein Grundversprechen unseres Sozialstaates, dass man nach einem langen Arbeitsleben ausreichend Sicherheit im Alter hat. Wir finanzieren diese Haltelinie aus Steuermitteln. Sie belasten damit die Beitragszahler nicht. Das war auch eine Entscheidung, die wir in der Koalitionsverhandlung getroffen haben.» Daraufhin lachte das Publikum.

(Stand: 2.12.2025)

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Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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