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Video entstand bei Demonstration in New York

Ein Video von aggressiv auftretenden Demonstranten wird im Netz geteilt. Zwar erfährt man in deutschsprachigen Beiträgen kaum Kontext zu der Kundgebung, aber der Text im Video verortet sie eindeutig nach Deutschland: «Das kleine Mädchen ist ein Sinnbild des ganzen Elends in Deutschland», heißt es über ein Mädchen, das inmitten mehrerer auf Arabisch rufender Männer provozierend in Richtung der Kamera gestikuliert. In einem Beitrag auf X heißt es im begleitenden Text, hier sei «Deutschland 2025» zu sehen. Doch was zeigt das Video wirklich?

Bewertung

Die Aufnahme stammt aus der US-Metropole New York, nicht aus Deutschland. Berichten zufolge ist eine Demonstration von Anhängern der syrischen Übergangsregierung zu sehen. Sie sollen nahe dem UN-Hauptquartier Vertreter einer religiösen Minderheit bedroht haben.

Fakten

Das Video ist nicht in Deutschland entstanden. Hinter den Demonstranten zeigt ein Schild, wo es aufgenommen wurde: Am Katharine Hepburn Garden in New York in den USA. Der kleine Park liegt in der Nähe des Hauptquartiers der Vereinten Nationen (UN) im Stadtbezirk Manhattan.

Auf dem angrenzenden Platz finden häufig Demonstrationen statt, zum Beispiel im Zusammenhang mit UN-Versammlungen. So auch in diesem Fall: Ältere Social-Media-Beiträge zeigen, dass das Video schon am 24. September verbreitet wurde. An diesem Tag sprach der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa vor der UN-Generalversammlung. Vor dem Park in New York standen sich Medienberichten zufolge Anhänger und Gegner von al-Scharaas Regierung gegenüber.

In einem Social-Media-Beitrag mit dem Video ist davon die Rede, dass die rufenden Männer sowie das Mädchen «syrische Islamisten» seien, die Angehörige der religiösen Minderheit der Drusen bedrohen würden. Die al-Scharaa-Anhänger zeigen syrische Flaggen. Einige ihrer Gesten scheinen Anspielungen auf Enthauptungen zu sein.

Konflikte in Syrien halten an

Al-Scharaa gilt als gemäßigter Islamist, dessen Miliz HTS im vergangenen Jahr den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestützt hatte. Der Übergangspräsident strebt eine Annäherung an den Westen an und soll am Montag von US-Präsident Donald Trump in Washington empfangen werden. Am Donnerstag hatte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen al-Scharaa aufgehoben.

In Syrien gibt es seit dem Ende des Assad-Regimes aber weiter ethnische und religiöse Spannungen. Menschenrechtler sehen besonders Minderheiten wie Alawiten, Drusen oder Christen in Gefahr. Sie wurden in den vergangenen elf Monaten Opfer blutiger Massaker.

(Stand: 7.10.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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