Bewertung
Die Verbreitung des Videos im Winter 2026 ist ohne Einordnung irreführend. Das Video ist zwar echt, zeigt aber nicht das aktuelle Wettergeschehen. Es stammt aus dem Winter 2021.
Fakten
Das Video einer schneebedeckten Akropolis, das Anfang 2026 in den sozialen Medien verbreitet wird, stammt nicht aus diesem Jahr, sondern aus dem Winter 2021. Medien wie GreekReporter und AFP berichteten damals über «den ungewöhnlichen Wintereinbruch». Eine Google-Rückwärtssuche führt zu mehreren Veröffentlichungen aus dieser Zeit – etwa vom Februar 2021.
Auch ein Wetterrückblick (hier und hier) zeigt, dass die Temperaturen in Athen im Januar 2026 durchgehend über 0°C lagen, mit Tiefstwerten um 4-6°C. Zu keiner Zeit fiel die Temperatur unter den Gefrierpunkt, was die Bildung einer Schneedecke in der Stadt unmöglich macht.
Zwar fiel Anfang Januar 2026 tatsächlich Schnee in der Region Attika, doch nicht auf der Akropolis. Laut verschiedenen Medienberichten (Oema und Greek City Times) lag die Schneefallgrenze bei etwa 300 Metern – die Akropolis erhebt sich nur rund 150 Meter über den Meeresspiegel und liegt damit weit unterhalb der damaligen Schneefallgrenze.
Extreme Wetterereignisse sind Folge des Klimawandels
Solche starken Wintereinbrüche wie 2021 widersprechen dem Klimawandel nicht. Denn der Klimawandel beschreibt langfristige Veränderungen im Wettergeschehen, nicht einzelne Wetterereignisse. Fachleute weisen darauf hin, dass die durchschnittlichen Temperaturen weltweit seit Jahrzehnten steigen und in tieferen Lagen, wie Athen, die Zahl der Schneetage insgesamt abnimmt.
Gleichzeitig kann eine wärmer werdende Atmosphäre mehr Feuchtigkeit halten. Wenn es dann doch einmal kalt wird, kann diese Feuchtigkeit abregnen oder als Schnee fallen. Das bedeutet: Gelegentliche, aber ungewöhnlich intensive Schneefälle sind sogar ein mögliches Zeichen für die Auswirkung des Klimawandels.
(Stand: 12.2.2026)
