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ZDF-Korrespondent Theveßen berichtet weiter aus Washington

Der USA-Korrespondent des ZDF, Elmar Theveßen, war jüngst heftiger Kritik aus dem Lager des US-Präsidenten ausgesetzt – unter anderem wegen Bemerkungen über Charlie Kirk und Kritik an Donald Trumps stellvertretendem Stabschef Stephen Miller. User auf X und Facebook behaupten daraufhin, Theveßen sei sein US-Visum entzogen worden.

Bewertung

Das stimmt nicht. Elmar Theveßen wurde das US-Visum nicht entzogen; er berichtet nach wie vor aus Washington.

Fakten

Der ZDF-Korrespondent war nach dem Anschlag auf Charlie Kirk Teil der öffentlichen Debatte um den rechten Aktivisten geworden. Mehrere Pressevertreter berichten darüber, etwa «Spiegel» oder «Tagesschau». Über einen Entzug von Theveßen Visum ist jedoch nichts zu lesen (Web-Suche 1, 2, 3).

Auf der Webseite des ZDF wird Theveßen weiterhin als Leiter des ZDF-Studios in Washington genannt. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte der Sender hierzu schriftlich Theveßens aktuelle Position. Weiter erklärte eine Sprecherin des ZDF: «Bislang gab es keinen Fall von Visa-Entzug für ZDF-Korrespondentinnen oder Korrespondenten in den USA.» Auch im November berichtete Theveßen nach wie vor aus Washington, etwa über das Treffen von Donald Trump und Viktor Orban.

Thevensen sah sich allerdings Forderungen nach einem Visaentzug ausgesetzt: Der frühere US-Botschafter in Berlin und Trump-Vertraute Richard Grenell bezeichnete Theveßen als «linksradikal» und forderte, ihm das US-Visum zu entziehen. Bei unterschiedlichen Medien, beispielsweise der «Deutsche Welle», ist darüber zu lesen.

Theveßen räumt Fehler in Berichterstattung ein

Das «Handelsbatt» etwa berichtet über mindestens eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit, der das US-Visum entzogen worden sei. Mit Verweis auf dpa-Angaben heißt es, die Person habe sich in sozialen Netzwerken so geäußert, dass US-Behörden es als Anspielung auf den verstorbenen Kirk verstanden.

Im gleichen Artikel wird zwar auch Theveßen genannt, allerdings ohne Bezug zu der nicht näher beschriebenen Person. Theveßen hat inzwischen einen Fehler in seiner Berichterstattung über Kirk zugegeben und sich entschuldigt.

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) mahnt unterdessen, dass die Visa-Politik der USA die freie Berichterstattung gefährde: «RSF befürchtet, dass das eigentliche Ziel der US-Regierung ist, Journalistinnen und Journalisten für kritische Äußerungen zu bestrafen und leichter auszuweisen.» Kritik äußert auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV).

Kein Zusammenhang zwischen Beschluss und Theveßen

Laut BBC hatten US-Behörden zuvor angekündigt, dass Visa für Journalisten in Zukunft nur noch knapp 8 Monate gelten sollen; davor waren es bis zu 5 Jahre. Auch Studierende seien betroffen. Wie «Deutschlandfunk» berichtet, forderten zahlreiche deutsche Medienunternehmen die Rücknahme dieser Pläne und appellierten an die Bundesregierung zum Handeln.

In dem Beitrag mit der Behauptung ist auch etwas über einen Beschluss des Landgerichts Hamburg zu lesen. Die Nutzer hatten fälschlicherweise von einem «Urteil» gesprochen. Thema war nicht die Bewertung des ZDF sondern deren spezifische redaktionelle Einordnung in Bezug auf einen rechten Blog. Ein Zusammenhang zwischen dem Beschluss und Theveßen ist nicht zu erkennen.

(Stand: 10.11.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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