Bewertung
Das ist falsch. Für diese Behauptung gibt es keine Belege. Die AfD dementiert einen medizinischen Notfall mit Weidel.
Fakten
Das Video ist 27 Minuten lang und behandelt mehrere Themen. Im Mittelpunkt steht jedoch der angebliche Zusammenbruch von Alice Weidel und der Vergleich mit einem Vorfall von Tino Chrupalla im Jahr 2023. Der dpa-Faktencheck hat die zentralen Behauptungen genauer unter die Lupe genommen – im Folgenden werden die wichtigsten Punkte geprüft:
Medizinischer Notfall in Stuttgart
Die Bundespressestelle der AfD bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur im Februar 2026, dass es sich um eine Falschmeldung handele.
Auch eine Websuche zeigt keine Berichte seriöser Medien über einen Zusammenbruch von Alice Weidel bei einer öffentlichen Veranstaltung in dem Zeitraum. Im Video wird zudem behauptet, Weidel sei an einem «geheimen sicheren Ort», um wieder gesund zu werden.
Das Video wurde am 11. Februar veröffentlicht. Weidel trat in den Tagen um den angeblichen Vorfall jedoch öffentlich auf, wirkte gesund und nahm an Veranstaltungen aktiv teil – etwa bei einem Wahlkampftermin am 13. Februar in Pforzheim, bei dem sie tanzte (ab Stunde 1:06). Am selben Tag gibt es weitere Videos auf Social Media, die sie fit bei einer Wahlkampftour durch Baden-Württemberg zeigen.
Veranstaltung der AfD in Stuttgart
Der Kreisverband AfD Stuttgart kündigte auf seinem Instagram-Kanal am 28. Januar 2026 eine Veranstaltung am 6. Februar 2026 im Kleinen Kursaal in Stuttgart-Bad Cannstatt mit Markus Frohnmaier an. Hinweise darauf, dass Alice Weidel an dieser Veranstaltung teilgenommen hätte, finden sich in diesem Beitrag nicht. Auf Nachfrage beim Kreisverband AfD Stuttgart im März 2026 erhielt der dpa-Faktencheck keine Rückmeldung.
Vergleich mit Chrupalla 2023
Das Video zieht einen Vergleich zwischen dem angeblichen Vorfall mit Alice Weidel und einem Vorfall von Tino Chrupalla im Oktober 2023. Dort wird fälschlicherweise behauptet, Chrupalla sei vergiftet worden, es lägen toxikologische Berichte vor, und das Rechtssystem habe die Angelegenheit trotz Beweisen abgewiesen (ab Minute 7:20).
Tatsächlich klagte Chrupalla am 4. Oktober 2023 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ingolstadt über Schmerzen im Arm, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. In einer Klinik wurde eine etwa fünf Millimeter tiefe Einstichstelle festgestellt, Tests auf eine mögliche Vergiftung verliefen jedoch negativ. Die Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf eine Straftat. Auch die Staatsanwaltschaft stellte den Vorgang ein, da sich kein Verdacht auf eine Straftat erhärten ließ.
Auffälligkeiten im Video
Das Video, in dem die Behauptung aufgestellt wird, dass Alice Weidel vergiftet worden sei, weist Anzeichen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf. Es zeigt einen Mann an einem Tisch vor einer Bücherwand, neben ihm ein Mikrofon.
Seine Bewegungen wirken teilweise ruckartig, Augen und Mimik untypisch, Sprachfehler klingen technisch. Die Hände der Person bleiben über die gesamte Dauer des Videos von 27 Minuten unverändert gefaltet, nur die Daumen bewegen sich scheinbar. Auf dem Zifferblatt der Armbanduhr ist keine Veränderung erkennbar. Solche Merkmale sind typische Hinweise auf KI-generierte oder manipulierte Videos.
Solche sogenannten Deepfakes wirken oft, als könnten die Personen nicht mit wechselnden Gefühls- und Stimmungslagen sprechen. Die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung bezeichnet Deepfakes als «Bild-, Video- oder Tonaufnahmen, die echt wirken, in Wahrheit jedoch mithilfe generativer künstlicher Intelligenz manipuliert wurden». Auch Quellenangaben fehlen im Video vollständig.
(Stand: 27.2.2026)
