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Schon Bush initiierte Millionen-Renovierung unter Obama

Der nahezu vollständige Abriss des Ostflügels für einen millionenschweren neuen Ballsaal am Weißen Haus hat Kritik der US-Demokraten an Präsident Donald Trump verhorgerufen. Doch als Gegenargument wird nicht nur in den USA behauptet, Ex-Präsident Barack Obama habe während seiner Amtszeit (2009-2017) selbst «fast 400 Millionen Dollar Steuergelder ausgegeben, um einen Basketballplatz zu bauen». Ein Moderator des Trump-nahen Senders Fox News sagt, das Geld sei damals für «neue Rohre und ein[en] Basketballplatz» ausgegeben worden.

Bewertung

Es stimmt, dass es millionenschwere Bauarbeiten am Weißen Haus unter der Obama-Regierung gab. Allerdings wurden diese schon vom republikanischen Vorgänger George W. Bush auf den Weg gebracht. Es war eine grundlegende Instandhaltung des historischen Gebäudes.

Fakten

Über die Jahrzehnte nahmen diverse Präsidenten immer wieder bauliche Veränderungen am Weißen Haus vor.

Richtig ist, dass Obama kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2009 den Tennisplatz so umbauen ließ, dass er sowohl für Tennis als auch für Basketball genutzt werden konnte. Das umfasste das Zeichnen neuer Linien auf dem Spielfeld und das Anbringen von Basketballkörben. Das kostete selbst keine fast 400 Millionen Dollar. Nach «Newsweek»-Angaben wurden keine offiziellen Kosten dieser kleinen Baumaßnahme veröffentlicht.

Was unter Obama tatsächlich umgebaut wurde

Die damaligen Arbeiten mit Baukosten von seinerzeit geschätzt 376 Millionen US-Dollar während der Amtszeit des Demokraten umfassten nach einem CNN-Beitrag von 2010 vor allem Instandhaltungsmaßnahmen wie etwa die Erneuerung von fast 100 Jahre alten Wasserrohren und Stromleitungen sowie von Klimaanlagen und Sicherheitssystemen. Am Weißen Haus selbst wurden keine größeren baulichen Veränderungen vorgenommen.

Dem CNN-Beitrag zufolge wurden die damals auf etwa vier Jahre angelegten Arbeiten aber gar nicht von Obama initiiert, sondern von seinem republikanischen Vorgänger George W. Bush auf den Weg gebracht: «Der Kongress genehmigte die Finanzierung des Projekts im Jahr 2008, nachdem ein Bericht der Bush-Regierung aufgedeckt hatte, dass einige Systeme im Weißen Haus regelmäßig ausfielen», heißt es. Auch Bloomberg berichtete 2010 über die Genehmigung des US-Parlaments aus dem Jahr 2008.

Der Kongress spielt dann eine Rolle, wenn öffentliche Gelder ausgegeben werden sollen – typischerweise durch die Bereitstellung von Mitteln für Instandhaltung und Infrastrukturverbesserungen.

Was Trump bauen will

Die Arbeiten am neuen Ballsaal sollen vor dem Ende von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2029 abgeschlossen sein. Denkmal- und Bürgerrechtsorganisationen werfen dem Präsidenten vor, ohne angemessene Genehmigungsverfahren in das historische Ensemble einzugreifen.

Der Republikaner hatte im Sommer 2025 mehrmals betont, das neue Gebäude werde das Weiße Haus nicht berühren. Nun wurde jedoch der Ostflügel (East Wing) abgerissen. Kritiker sprechen deshalb von Wortbruch.

Der rund 8.000 Quadratmeter große Saal soll etwa 300 Millionen Dollar (rund 275 Millionen Euro) kosten und Platz für rund 1.000 Gäste bieten. Nach Regierungsangaben wird der Bau vollständig privat finanziert.

(Stand: 28.10.2025)

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USA, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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