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Das ist falsch. Eine KI erschuf das angebliche Nachher-Bild mit der Zerstörung. Zudem ist auf den Aufnahmen eine US-Militäranlage in Bahrain zu sehen, nicht in Katar. Reale Satellitenbilder zeigen dort ein anderes Schadensbild nach einem iranischen Angriff.
Fakten
Grundlegend falsch an der Behauptung ist zunächst die Verortung: Auch das Vorher-Bild zeigt keine Radar-Einrichtung der USA in Katar, sondern in Bahrain. Dort unterhält das US-Militär einen Marinestützpunkt, das Naval Support Activity Bahrain, kurz NSA Bahrain. Über Kartendienste wie Google Maps lässt sich die Satelliten-Ansicht mit der Radar-Einrichtung, die dem Vorher-Bild entspricht, aufrufen und bestätigen.
Auch in Katar hat der Iran zwar eine US-Militäreinrichtung, den Stützpunkt Al-Udeid, angegriffen. Nach Angaben katarischer Behörden ist dort laut «Euronews» ein Frühwarnradar Ziel einer Drohne gewesen, jedoch nicht zerstört worden.
Das online kursierende Bild, in Wahrheit aus Bahrain, das eine angebliche Zerstörung des Radars zeigen soll, ist darüber hinaus keine authentische Aufnahme. Es ist allen bekannten Hinweisen nach KI-generiert.
Mehrere Bildfehler belegen dies: Die Gebäudestrukturen stimmen nicht überein. Auf dem angeblichen Nachher-Bild mit der Zerstörung sind am unteren Bildrand Strukturen auf einem Dach hinzugekommen. Am oberen linken Bildrand fehlen dagegen charakteristische Winkelstrukturen eines Gebäudes.
Google erkennt Spuren eigener KI-Tools
Die Positionen dreier Autos am unteren Bildrand sind ebenfalls unlogisch. Das echte Vorher-Satellitenbild entstand Google Earth zufolge im Februar 2025. Dass das dunkle Fahrzeug noch exakt an derselben Position auch nach einem Jahr im Februar 2026 nach dem iranischen Angriff steht, ist höchst unwahrscheinlich.
Auch das KI-Erkennungstool SynthID von Google hat nach eigenen Angaben in dem Bild Spuren der eigenen KI erkannt: «Da SynthID ein digitales Wasserzeichen erkannt hat, ist bestätigt, dass Google-KI (wie Gemini oder Imagen) bei der Erstellung oder Bearbeitung dieses Bildes zum Einsatz kam. Dies betrifft insbesondere die Darstellung der Zerstörungen», antwortete der Chatbot auf Anfrage.
Korrekt ist aber, dass der Marinestützpunkt in Bahrain am Samstag, 28. Februar, tatsächlich vom Iran angegriffen wurde und dabei ein Satellitenkommunikationsterminal getroffen wurde. Satellitenbilder, die etwa von der «New York Times» ausgewertet wurden, zeigen auch Zerstörung an der Anlage. Die Schäden erscheinen dabei sogar weitreichender als es die KI für das kursierende Bild erfunden hat.
(Stand: 3.3.2026)
