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Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Strahlung von Bluetooth-Geräten negative Folgen für die Gesundheit hat.
Fakten
Bluetooth-Kopfhörer nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder, um Daten zu übertragen. Mikrowellen-Kochgeräte machen ebenfalls von dieser Technik Gebrauch, um Lebensmittel zu erwärmen. Zudem nutzen sowohl kabellose Kopfhörer als auch Mikrowellengeräte mit etwa 2,45 Gigahertz eine ähnliche Frequenz. In der Leistung gibt es aber erhebliche Unterschiede.
Ein Mikrowellenherd arbeitet mit einer Leistung von etwa 1.000 Watt. Die Funk-Sendeleistung von Bluetooth-Kopfhörern liegt dagegen nur im Milliwatt-Bereich, etwa bei 0,0025 Watt, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilt.
«Diese Leistung ist so gering, dass die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern nicht zu einer relevanten Erwärmung des Gewebes am Ohr führen kann», sagt Florian Kohn, wissenschaftlicher Referent im Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder des BfS.
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Strahlung auf den menschlichen Organismus gelten als gut untersucht. Gesetze und Normen sehen Grenzwerte zur Produktsicherheit vor. Eine Größe ist die spezifische Absorptionsrate (SAR), die zum Beispiel für Handys angewendet wird. Dieser SAR-Wert gibt an, «wie viel Energie das Körpergewebe bei der Nutzung des Telefons aufnimmt», erläutert Kohn.
Sendeleistung von Smartphones deutlich höher
Für Smartphones, die laut Kohn auf eine maximale Sendeleistung von 200 Milliwatt (0,2 Watt) kommen, im Alltag jedoch meist darunter liegen, beträgt der maximal zulässige SAR-Wert zwei Watt pro Kilogramm Körpergewebe. Zur Erinnerung: Die Sendeleistung von kabellosen Kopfhörern liegt bei 2,5 Milliwatt (0,0025 Watt).
«SAR-Werte durch Funkwellen einzelner Bluetooth-Geräte bleiben in der Regel unterhalb der empfohlenen Grenzwerte», sagt Sarah Drießen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit der Uniklinik Aachen. Mit anderen Worten: Die elektromagnetischen Felder sind zu schwach, um die Temperatur des Körpergewebes so stark zu erhöhen, dass gesundheitliche Gefahren drohen.
Auch Thomas Zwick, Leiter des Institutes für Hochfrequenztechnik und Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sieht keine Bedenken: «Die Auswirkung elektromagnetischer Strahlung im Mikrowellenbereich wurde in vielen Studien und Versuchen untersucht, aber bisher ohne einen Nachweis für Erkrankungen beim Menschen bei Einhaltung der Grenzwerte.
Kabel als Alternative?
Wer sich trotzdem im Kopfbereich weniger Strahlung durch Bluetooth-Geräte aussetzen möchte, kann kabelgebundene Kopfhörer nutzen. Dann solle man aber beachten, dass hierfür das Smartphone wegen des Kabels in der Regel näher am Körper getragen werde, gibt Sarah Drießen zu bedenken. Und das wiederum könne «im Vergleich zu den Bluetooth-Kopfhörern eine gegebenenfalls höhere Exposition aufgrund des Smartphones» bedeuten.
(Stand: 6.5.2026)
