In den Kommentaren dazu reagieren Nutzerinnen und Nutzer empört: «Dann geht doch da hin wo ihr hergekommen seid. Wir haben euch nicht gerufen» oder «Du kommst nicht von hier und stellst Ansprüche», etwa lauten die Kommentare. Was hat es mit dem Video auf sich?
Bewertung
Die Videos sind nicht echt. Sie wurden mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.
Mehrere kleine Fehler in den Details zeigen, dass es sich nicht um reale Situationen handelt:
- Sequenz 1: Zu Beginn des Videos ist links im Hintergrund eine Doppeltür zu sehen, deren rechte Tür auf- und zuschwingt. Etwa ab Sekunde 6 hört die Tür auf zu schwingen, jedoch ist sie dann nur unvollständig geschlossen. In der Mitte der Doppeltür bleibt ein Bereich ungewöhnlich offen. Auch der äußere Metallgriff der rechten Tür ist nicht eindeutig zu erkennen.
- Sequenz 2: Etwa ab Sekunde 10, als die ältere Frau vor dem Supermarkt anfängt zu sprechen, steht über dem Eingang in großen Buchstaben «DESCOUNTER». Dies ist weder der Name eines konkreten Supermarkts, noch ist das Wort korrekt geschrieben – richtig wäre «Discounter».
- Sequenz 3: Etwa ab Sekunde 30 des Videos, als eine ältere Frau vor dem Sozialamt steht und angeblich sagt, dass 1500 Euro Bürgergeld ihr zu wenig seien, geht im Hintergrund ein Mann in das Sozialamt hinein. Dabei macht er einen ungewöhnlich großen Bogen um die rechte offene Tür, sodass es aussieht, als gehe er eher auf die linke geschlossene Tür zu.
- Sequenz 5: Der Mann steht vor einem Supermarkt namens «Spargut Discount». Eine Ladenkette mit diesem Namen lässt sich bei einer Internetsuche nicht finden.
- Auffällig ist auch, dass die Mundbewegungen in den verschiedenen Sequenzen häufig nicht mit den gesprochenen Sätzen zusammenpassen.
Zusätzlich lassen sich mithilfe einer Bilderrückwärtssuche weitere und insbesondere auch ein älterer TikTok-Beitrag vom 30. April 2026 mit dem Video finden, der als KI-generierter Inhalt gekennzeichnet wurde.
Diese Kennzeichnung schreibt TikTok seinen Nutzerinnen und Nutzern bei der Verbreitung von KI-Inhalten vor. Allerdings geht der KI-Hinweis bei der Verbreitung häufig verloren, wie auch in diesem Fall.
Ähnliche Videos, die anhand vermeintlicher Straßenumfragen oder Interviews zeigen sollen, wie prekär die finanzielle Situation von Rentnern sei und welche finanziellen Forderungen insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund deutschen Ämtern stellen, hat die dpa bereits in früheren Faktenchecks (I & II) als KI-generiert entlarvt.
Altersarmut ist reales Problem
Materielle und soziale Entbehrung ist für manche Seniorinnen und Senioren in Deutschland ein reales Problem, doch sind jüngere Menschen laut Statistik häufiger betroffen. Jede fünfte Person im Ruhestand lebt knapp an der Armutsgrenze. Bürgergeld wird nach dem sogenannten Regelbedarf berechnet und beträgt für Alleinstehende derzeit 563 Euro im Monat.
(Stand: 19.5.2026)
