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Interpretation von Musk-Post dichtet Adressat hinzu

Über die Verbreitung von Falschinformationen vor den kommenden Landtagswahlen in Ostdeutschland wurde schon wiederholt berichtet. Nun geistert ein Video durchs Netz, dass eine angebliche Aussage des US-amerikanischen Tech-Milliardärs Elon Musk als «eine Botschaft an [Ulrich] Siegmund» (AfD) einleitet: Musk wende sich demnach «direkt an die Menschen in Ostdeutschland, spricht von der kommenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt und erklärt gleichzeitig, dass eines Tages Nürnberger Prozesse stattfinden werden für diejenigen, die die massive Massenmigration ermöglicht haben».

Bewertung

Der im Video angeführte X-Beitrag von Elon Musk existiert. Er hat allerdings weder einen direkten Bezug zum genannten AfD-Landespolitiker Siegmund, noch zur Bevölkerung in Ostdeutschland.

Fakten

Zunächst fallen einige Ungereimtheiten bereits in den ersten Sekunden des Videos auf: Die Audio-Stimme passt nicht zu den Lippenbewegungen des «Welt TV»-Moderators Thomas Klug.

Außerdem ist auf dem Banner am unteren Bildschirmrand «Vor Kommunalwahlen in NRW» zu lesen. Eine Bilderrückwärtssuche führt zu einem TV-Beitrag der «Welt» vom 2. September 2025.

Darin wird darüber berichtet, dass der US-Milliardär vor den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen eine zugespitzte Drohung formulierte, die als Wahlaufruf für die AfD verstanden wurde. Knapp zwei Wochen später wurde in NRW gewählt.

Kein Bezug zu kommenden Landtagswahlen

Die Argumentation im Video stützt sich indes auf einen Kommentar vom 13. August 2026 von Elon Musk auf seinem Netzwerk X. Der britische Rechtsextremist Tommy Robinson hatte zuvor einen Ausschnitt der österreichischen Talkshow «Links.Rechts.Mitte» geteilt, fälschlicherweise aber Deutschland zugeschrieben.

Die Sequenz zeigt den kritischen Monolog eines Unternehmers zur Migration, in dem er ein explizites Beispiel einer Gruppenvergewaltigung schildert. Musk antwortete darauf (übersetzt): «Eines Tages wird es Nürnberger Prozesse für diejenigen geben, die das ermöglicht haben».

Ein Bezug zu den Landtagswahlen im September in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ist in Musks kurzem X-Post nicht zu erkennen. Ebenfalls findet keine Adressierung an den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund statt, der in Sachsen-Anhalt für die dort als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei antritt.

Warum Musk den Versuch der juristischen Aufarbeitung der Gräueltaten des NS-Regimes mit der aktuellen Migrationspolitik verknüpft, ist nicht ersichtlich. Die Nürnberger Prozesse waren nach dem Zweiten Weltkrieg abgehaltene Gerichtsverfahren gegen Verantwortliche des nationalsozialistischen Regimes wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Ähnlichkeit zu Desinformationskampagnen

Das Video mit den falschen Behauptungen ähnelt mutmaßlich aus Russland gesteuerten Desinformationskampagnen, über die jüngst wieder berichtet worden war. Wie die Rundfunkanstalt MDR unter Berufung auf Sicherheitsbehörden mitteilte, soll die Kampagne unter anderem darauf abzielen, die öffentliche Meinungsbildung vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu beeinflussen.

(Stand: 20.8.2026)

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Wahlen, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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