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Angebliche Renten-Info der CDU/CSU-Fraktion ist Fälschung

Auch wenn der Bundestag gewisse Änderungen bei der Rente beschlossen hat – die Diskussion über Generationengerechtigkeit dauert an. Eine Alterssicherungskommission soll bis Ende des zweiten Quartals 2026 Vorschläge vorlegen. Vor der Abstimmung im Bundestag war lange unklar, ob die CDU/CSU-Fraktion geschlossen hinter den Reformen steht. In einem vermeintlichen Text der Fraktion, der auf den 2. Dezember – also drei Tage vor der Abstimmung – datiert ist, heißt es bereits, dass «Bundeskanzler Friedrich Merz das Rentenpaket schließlich erfolgreich durch den Bundestag gebracht» habe. Demnach steige das Rentenalter bis 2030 auf 75 Jahre.

Bewertung

Mehrere Details zeigen: Die Seite ist eine Fälschung. Der Bundestag hat keine Änderung des Renteneinstiegsalters beschlossen.

Fakten

Zunächst: Das Renteneinstiegsalter wurde im Zuge der Rentenreform nicht geändert. Bereits 2007 wurde beschlossen, die Altersgrenze bis 2031 schrittweise anzuheben. Für Versicherte ab Jahrgang 1964 gilt dann die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Die Angaben auf «cdu-csu.online» sind also falsch. Doch es handelt sich nicht um einen Fehler der CDU/CSU-Fraktion. Die ganze Seite ist eine Fälschung.

Als Grundlage haben die Fälscher einen echten Artikel der Fraktion genutzt, deren URL «cducsu.de» lautet. Das Foto und Teile des Textes stimmen überein. Im Original ist jedoch weder von einer Änderung des Renteneinstiegsalters die Rede noch davon, dass am 2. Dezember der Bundestag bereits abgestimmt hatte.

Eine Abfrage auf whois.domaintools.com zeigt: Die Seite «cdu-csu.online» wurde erst am 10. Dezember angemeldet, also mehr als eine Woche nach dem angeblichen Veröffentlichungsdatum des Textes. Gefälschte Internetauftritte oder Social-Media-Accounts sind meist deutlich jünger als die nachgeahmten Seiten, manchmal sogar erst wenige Wochen alt.

Fälschungen von Bahn bis Bundeswehr

Es ist nicht das erste Mal, dass Fälscher eine offiziell wirkende Webseite erstellen, die inhaltlich an aktuelle Debatten anknüpft. So wurde 2019 unter der URL «deutsche-bahn.ag» ein gefälschter Bahn-Auftritt verbreitet, nachdem ein Achtjähriger vor einen Zug gestoßen worden und gestorben war.

Im Zusammenhang mit der Debatte um die Wehrpflicht tauchte Ende 2024 eine vermeintliche Informationsseite der Bundeswehr auf. Doch diese war ebenso gefälscht wie die während der Koalitionsverhandlungen geteilte Seite «friedrich-merz-cdu.de».

(Stand: 18.12.2025)

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Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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