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Falschbehauptung über Ludwigs Besuch am Brunnenmarkt

Für Aufregung hat vergangene Woche eine Besichtigung des ÖVP-Politikers Karl Mahrer am Wiener Brunnenmarkt gesorgt. Nach seinen Aussagen, dass in dieser Gegend „Unsicherheitszonen“ entstanden sind und es sich um ein Beispiel gescheiterter Integration handle, besuchte auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig den Markt, um das Gegenteil aufzuzeigen. Einige behaupten nun aufgrund eines Fotos, dass sich der SPÖ-Politiker nur mit Personenschützern dort hin getraut habe (1,2).

Einschätzung: Falsch. Auf dem Bild sind keine Personenschützer zu sehen, sondern unter anderem der Pressesprecher Ludwigs und der Leiter des Marktamts (MA 59).

Überprüfung: Am 24. März besuchte Bürgermeister Ludwig den Brunnenmarkt, wo er auch von einem Kamerateam gefilmt wurde (3). In der Reportage sind wie auch im Foto Personen in der Nähe von Ludwig zu sehen. Tatsächlich handelte es sich auch um die Begleitung des Bürgermeisters, allerdings keineswegs in Form von Personenschutz.

Im geteilten Foto steht rechts im Bild Hanno Csisinko (4), Pressesprecher (5) des Wiener Bürgermeisters. Dieser bestätigte seine Anwesenheit auf Anfrage von APA-Faktencheck. Csisinko erklärte weiters, dass der Bürgermeister im Rahmen seines Marktbesuchs zufällig auch den Leiter des Marktamtes (MA 59) sowie einen Mitarbeiter der MA59 angetroffen habe.

MA59-Leiter Andreas Kutheil (6) ist als der Herr im hellen Hemd in der Mitte des Bildes identifizierbar. Offen bleibt, wer die weiteren Personen auf dem Bild sind, es könnte sich um normale Passanten handeln. Das Foto entstand an der Ecke Gaullachergasse/Brunnengasse (7).

Dass der Brunnenmarkt ein Hotspot der Kriminalität sein soll, belegen offizielle Zahlen nicht. Spätestens nach dem Mord an einer Frau im Jahr 2016 rückte der Markt auch in den öffentlichen und politischen Fokus (8). Die Polizei verstärkte daraufhin ihre Präsenz am und um den Markt. Eine Reportage des „Kurier“ wenige Wochen nach dem Mord zeigte, dass am Markt rasch wieder Normalität eingekehrt war (9).

Laut der kürzlich veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik 2022 stieg die Zahl der angezeigten Straftaten in Wien im vergangenen Jahr zwar wieder leicht an, blieb aber unter den Werten von vor der Corona-Pandemie (10). Zuvor sank die Zahl der Anzeigen und Straftaten in Wien in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich auf einen historischen Tiefstand 2021 (11,12).

In Ottakring stieg zudem die Aufklärungsquote von 2020 auf 2021 stark an (13). Auf einer vom Bundeskriminalamt Anfang 2022 veröffentlichten proportionalen Punktekarte zu Straftaten in Wien scheint das Gebiet um den Brunnenmarkt nicht auf (14,15).

Quellen:

(1) Beitrag auf Facebook: http://go.apa.at/KekbSG5p (archiviert: https://archive.is/Qd1TL)

(2) Behauptung in Bericht: http://go.apa.at/Cjm1TMf0 (archiviert: https://perma.cc/488L-REKD)

(3) Puls24-Berichterstattung: http://go.apa.at/IZs0sJgG (archiviert: https://perma.cc/7HWJ-M4JK)

(4) Artikel mit Foto von Csisinko: http://go.apa.at/hMjwuAgo (archiviert: https://archive.ph/C0WzN)

(5) Pressesprecher des Wiener Bürgermeisters: http://go.apa.at/UJg3Zu2d (archiviert: https://archive.ph/0gdTp)

(6) Presseaussendung zu Kutheil: http://go.apa.at/jrqTLU1C (archiviert: https://archive.ph/an6VZ)

(7) Straßenkreuzung bei Google Maps: http://go.apa.at/shlwCCaE (archiviert: https://archive.ph/iy9KO)

(8) Parlamentskorrespondenz zum Mord: http://go.apa.at/Srz4vxqn (archiviert: https://archive.ph/n5bSD)

(9) Reportage „Kurier“: http://go.apa.at/M8D2iRgc (archiviert: https://archive.ph/AA70X)

(10) Kriminalstatistik 2022: http://go.apa.at/sKL5yEHW (archiviert: https://perma.cc/KEZ2-F4D4)

(11) Aussendung der Wiener Polizei: http://go.apa.at/ZVVf3f0U (archiviert: https://archive.ph/kuevt)

(12) Artikel auf meinbezirk.at: http://go.apa.at/rUTFAoYr (archiviert: https://archive.ph/RqbZG)

(13) Sicherheitsbericht 2021: http://go.apa.at/eDrSyWur (archiviert: https://perma.cc/8WTZ-5SLR)

(14) Räumliche Kriminalanalyse: http://go.apa.at/oCsoOw39 (archiviert: https://perma.cc/JX5N-9V48)

(15) Hochauflösende Punktekarte: http://go.apa.at/xyOiIQEA (archiviert: https://archive.ph/SBkN0)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): APA

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