Bewertung
Die Darstellung ist falsch. Wadephul sagte den Satz über Sanktionen gegen Russland. Er bezog sich auf die Notwendigkeit, bei Sanktionen europäische Geschlossenheit zu wahren, auch wenn das für Deutschland wirtschaftliche Nachteile bedeutet. Dieses Zitat wurde aus dem Kontext gerissen und falsch eingeordnet.
Fakten
Das Video stammt vom 27. WDR Europaforum, das im Mai 2025 im Rahmen der re:publica 25 stattfand. Dabei sprach Wadephul im Gespräch mit WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die westliche Waffenunterstützung und die europäischen Sanktionen gegen Russland. Das Gespräch ist vollständig in der ARD-Mediathek und auf YouTube verfügbar.
Der wenige Sekunden kurze Clip wurde aus dem ursprünglichen Kontext herausgelöst. Wadephul äußerte sich in der gesamten Debatte weder zu Syrien noch zu Flüchtlingsfragen. Stattdessen sprach er über die Lage in Gaza sowie über die Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland.
Ab Minute 35:25:00 (auf YouTube und Minute 39:52:00 in der ARD-Mediathek) geht es um die Frage, wie wirksam die bisherigen Sanktionen gegen Russland waren und wie die EU auf den andauernden Krieg reagieren sollte. Wadephul betont, Ziel der Maßnahmen bleibe es, Russland wirtschaftlich unter Druck zu setzen, um Verhandlungen zu erzwingen. Er spricht über die Vorbereitungen zum 18. EU-Sanktionspaket, das Russland empfindlich treffen soll – auch wenn diese Sanktionen wirtschaftliche Belastungen für Europa und Deutschland selbst mit sich bringen.
In diesem Zusammenhang fallen bei Minute 43:21:00 (auf YouTube und Minute 47:51:00 in der ARD-Mediathek) die Sätze: »Auf deutsche Ansprüche muss da jetzt keine Rücksicht genommen werden. Sondern wir meinen es wirklich ernst mit einer Motivation, mit einem Druck auch auf Russland, dass wir hier endlich zu Friedensverhandlungen kommen.«
Wadephul sprach also nicht über Syrien, Asylpolitik oder Migration, sondern über Europas Haltung zu Russland. Mit seiner Aussage macht er deutlich, dass Deutschland bei den Sanktionen keine Sonderinteressen verfolgt, sondern die Geschlossenheit und Wirkung der europäischen Maßnahmen sichern will.
(Stand: 10.11.2025)
