Bewertung
Die Behauptung ist irreführend. Zwar kann Sonnenschutz die Synthese von Vitamin D in der Haut verringern – das bedeutet aber nicht automatisch, dass daraus ein Mangel resultiert.
Fakten
Eine Übersichtsstudie im British Journal of Dermatology von 2019 kommt zu dem Schluss, dass Breitspektrum-Sonnenschutzmittel den Vitamin-D-Spiegel bei gesunden Personen wahrscheinlich nicht beeinträchtigen. Selbst wenn sie wie vorgesehen angewendet werden: Oft würden Anwender von Sonnencreme im Alltag nur eine geringere als die vorgesehene Menge verwenden.
Eine Studie, die 2017 in der Fachzeitschrift Archives of Osteoporosis veröffentlicht wurde, basiert auf der Grundlage, dass Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50+ die Produktion von Vitamin D in der Haut deutlich abschwächt. Dennoch blieb der Vitamin-D-Spiegel trotz Anwendung zunächst nahezu unverändert. Es sei «wahrscheinlich, dass bei einem Mangel an in der Haut gebildeten Vorstufen eine andere körpereigene Quelle genutzt wird».
Ein weiterer Beitrag im Journal of Investigative Dermatology von 2023 behandelt Missverständnisse zum Thema Sonnenschutzcreme. Deren Autoren fassen zusammen, dass die regelmäßige Verwendung von Sonnencreme kein Risiko für Vitamin-D-Spiegel darstellen sollte. Auch die «Deutsche Apotheker Zeitung» berichtet darüber.
Geringe UV-B-Dosis am Tag genügt
Die körpereigene Bildung von Vitamin D ist ein komplexer Prozess – darum sind pauschale Aussagen dazu kritisch zu betrachten. Viele Faktoren, etwa der Hauttyp, das Alter, die Kleidung, die Wetterbedingungen, sowie Jahres- und Tageszeit und auch der geografische Standort beeinflussen die Produktion.
UV-Strahlung ist entscheidend für die Synthese von Vitamin D im Körper, stellt jedoch gleichzeitig das größte Risiko für Hautkrebs und andere gesundheitliche Probleme dar wie beim Krebsinformationsdienst zu lesen ist. Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen Prozess angestoßen, um eine interdisziplinär tragfähige Empfehlung zu entwickeln.
(Stand: 6.7.2025)
