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Biden blieb Papst-Trauerfeier aus eigenem Entschluss fern

Er ist erst der zweite katholische Pr├Ąsident in fast 250 Jahren Geschichte der USA – und doch soll ausgerechnet Joe Biden nicht zum Requiem f├╝r den k├╝rzlich verstorbenen emeritierten Papst Benedikt XVI. eingeladen worden sein. So jedenfalls derzeit im Netz zu lesen. Was steckt hinter dem Fernbleiben des Pr├Ąsidenten?

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Weder Benedikt XVI. noch der Vatikan haben Joe Biden verboten, an der Trauerfeier teilzunehmen. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass der Verstorbene sich zu Lebzeiten einen schlichten Rahmen gew├╝nscht hat. Nur Deutschland und Italien waren offiziell eingeladen.

Fakten

Unter anderem auf Facebook wird ein Screenshot geteilt, dem zu entnehmen ist, dass Papst Benedikt dem ┬źKatholiken┬╗ Biden verboten h├Ątte, an seiner Beerdigung teilzunehmen. Vorlage f├╝r den Post ist ein Artikel des US-amerikanischen Online-Magazins Newspunch, das seit Jahren Falschmeldungen verbreitet.

Mit verantwortlich f├╝r die Spekulationen sind unter anderem Bemerkungen von Joe Biden gegen├╝ber einem Reporter. Gefragt nach dem Grund seines Fernbleibens, antwortet der Pr├Ąsident, es br├Ąuchte f├╝r sein Erscheinen eine Entourage an Personen. Das w├╝rde ┬źalles in eine falsche Richtung bewegen┬╗ und sie ┬źw├Ąren nur im Weg┬╗.

Bereits am Vortag war im Zuge des t├Ąglichen Presse-Briefings im Wei├čen Haus die Frage nach einer offiziellen Delegation der USA zur Trauerfeier f├╝r Benedikt XVI. aufgekommen. Daraufhin antwortete die Pressesprecherin des Wei├čen Hauses Karine Jean-Pierre, dass der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl Joe Donnelly die Vereinigten Staaten auf der Beerdigung vertreten werde, wie es der Wunsch des verstorbenen Papstes und des Vatikans gewesen sei.

Diese Aussage wurde stellenweise so ausgelegt, dass Pr├Ąsident Biden explizit nicht erw├╝nscht gewesen w├Ąre. Im Gegenteil entsprachen die USA damit aber nur der Bitte des in Deutschland geborenen, emeritierten Kirchenoberhaupts, die Totenmesse einfach zu halten. Wie der Vatikan bekannt gab, waren nur Deutschland und Italien mit offiziellen Delegationen vertreten.

Benedikt XVI. verstarb am 31. Dezember 2022 im Alter von 95 Jahren, am 5. Januar 2023 fand im Vatikan das Requiem statt. Staats- und Regierungsoberh├Ąupter anderer L├Ąnder hatten ihre Teilnahme angek├╝ndigt, waren jedoch nicht formal eingeladen.

(Stand: 10.1.2023)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Urspr├╝nglich hier ver├Âffentlicht.

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