Bewertung
Das Bild ist nicht echt, sondern eine Montage. Im Originalfoto ist vorne nicht Selenskyj, sondern Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell zu sehen.
Fakten
Mit einer Foto-Rückwärtssuche zeigt sich schnell, das das Bild von Epstein und Selenskyj nicht authentisch ist. Es handelt sich um ein verfremdetes echtes Foto. Auf dem Original hält Epstein seine Vertraute Ghislaine Maxwell im Arm. Das Foto wurde im Jahr 2021 während eines Prozesses gegen Maxwell von den Justizbehörden veröffentlicht und von Medien aufgegriffen.
Maxwell wurde 2022 unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und Menschenhandels zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Gericht sah es als erwiesen an, dass sie Epsteins Missbrauch von Minderjährigen organisierte. Epstein selbst war 2019 in Untersuchungshaft gestorben.
Der Screenshot, der die Fälschung zeigt, weist eine Verbindung zu einer russischen Desinformationskampagne auf. Das Bild findet sich zusammen mit der Überschrift auf einer Seite aus dem sogenannten Pravda-Netzwerk, das unter anderem von französischen Sicherheitsbehörden als pro-russische Propaganda eingestuft wird.
Der deutsche Text auf der Seite ist unzusammenhängend und voller sprachlicher Fehler. Im Pravda-Netzwerk werden solche Inhalte massenhaft künstlich erstellt. Ein Ziel ist laut Experten, die Sprachmodelle von populären Chatbots mit pro-russischen Positionen zu verzerren.
Keine Hinweise auf Kontakt zu Selenskyj
Tatsächlich gibt es Verbindungen von Epstein in die Ukraine. Dabei geht hauptsächlich um die Anwerbung ukrainischer Frauen, teilweise über lokale Modelagenturen. Der Name des ukrainischen Präsidenten Selenskyj wird in den Epstein-Akten zwar erwähnt. Es gibt bisher aber keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen ihm und Epstein.
Jeffrey Epstein pflegte enge Kontakte zu Reichen und Mächtigen und betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Das US-Justizministerium hat am 30. Januar 2026 weitere Unterlagen aus den Ermittlungsakten zum Fall des verurteilten Sexualstraftäters veröffentlicht. Es handelt sich um mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos.
(Stand: 11.2.2026)
