Bewertung
Das Bild ist mithilfe von KI verfälscht worden. Der gezeigte Gesichtsausdruck findet sich auf Mitschnitten der Rede nicht.
Fakten
Ein Abgleich mit dem vollständigen Videomitschnitt der Rede belegt: Merz wirkte bewegt, jedoch zu keinem Zeitpunkt so verzweifelt, wie es das verfälschte Bild suggeriert.
Die restaurierte Synagoge
Die Synagoge in der Reichenbachstraße wurde – knapp 87 Jahre nach ihrer Verwüstung durch die Nationalsozialisten – auf Initiative der Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander so originalgetreu wie möglich wiederhergestellt. Salamander, Tochter von Überlebenden der Schoah, wuchs in einem bayerischen Camp für Displaced Persons auf.
In seiner Rede zur Wiedereröffnung wandte sich Merz auch direkt an Salamander (im Video ab Minute 4:22) und erwähnte eines ihrer Bücher. Darin beschreibt sie, dass sie als Kind nicht verstehen konnte, warum niemand den Juden geholfen habe. Sichtbar bewegt nahm Merz kurz die Hand vor den Mund (Video bei Minute 4:57).
Diese Geste ist zwar auch auf dem viralen Bild zu sehen – der Gesichtsausdruck jedoch unterscheidet sich eindeutig von dem verfälschten Foto. Während der gesamten Rede wiederholte Merz die Geste nicht.
X-Nutzer räumt Bildbearbeitung ein
In Kommentaren zu einem der ersten Beiträge, in denen das Foto auftauchte, erklärte der Accountbetreiber selbst, er habe es mit KIbearbeitet. Ob dieser Account das Bild ursprünglich erstellt hat, ist unklar.
(Stand: 18.9.2025)
