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Busfahrer-Foto aus Corona-Zeit kursiert als Hantavirus-Fake

Mehrere Hantavirus-Infektionen auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff haben weltweit Besorgnis ausgelöst – und zugleich die Verbreitung von Falschbehauptungen darüber in Gang gebracht. So heißt es etwa in sozialen Netzwerken, das Foto eines Busfahrers ohne Maske oder Schutzanzug zeige, dass es sich bei dem Hantavirus um eine schlechte Inszenierung handle.

Bewertung

Falsch. Das Foto des Busfahrers ist jahrealt und stammt aus der Corona-Pandemie.

Fakten

Wie eine Bilder-Rückwärtssuche im Netz zeigt, wurde das Foto am 31. Januar 2020 in England vom Getty-Images-Fotografen Leon Neal aufgenommen. Es zeigt eine Person in Schutzkleidung hinter dem britischen Busfahrer Andy Simonds. Dieser fuhr damals einen Bus mit Menschen, die nach einem Coronavirus-Ausbruch aus dem chinesischen Wuhan nach Großbritannien gebracht wurden, von der Luftwaffenbasis nahe Oxford zum Arrowe Park Hospital bei Liverpool. Dort wurden sie unter Quarantäne gestellt.

Fotograf Neal hat eigenen Aussagen zufolge in dem Busfahrer einen «sichtlich besorgten Fahrer» gesehen, «der nur seine normale Strickjacke und keine Maske trug».

Schon damals lösten die Bilder der Busfahrt Kontroversen aus. Nutzer sozialer Medien fragten sich, warum die Fahrer keine Schutzmasken oder -kleidung trugen, während die Sanitäter hinter ihnen vollständig mit Schutzanzügen ausgestattet waren. «Obwohl es viele Fragen gab – warum trägt er keine Maske? – sahen wir kein Risiko», sagte Busfahrer Simonds rückblickend im März 2025 der BBC. Die evakuierten Fahrgäste hätten hinten im Bus gesessen, der Fahrer neben einem geöffnet Fenster – eine Vorsichtsmaßnahme, die später zur Standardpraxis wurde.

Passagiere von Kreuzfahrtschiff im selben Krankenhaus

Auch knapp zwei Dutzend Passagiere des Kreuzfahrtschiffs «Hondius», auf dem sich Reisende mit dem Hantavirus angesteckt hatten, wurden zunächst zur Isolation ins Arrowe Park Hospital gebracht. Keiner von ihnen zeigte bis zum 11. Mai 2026 Symptome des Virus.

Der Hantavirus-Ausbruch ist der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge unter Kontrolle. Alle erfassten Fälle – darunter drei Todesfälle – sind isoliert und stehen unter medizinischer Beobachtung. Das Risiko weiterer Übertragungen ist nach WHO-Angaben auf ein Minimum reduziert. Wegen der langen Inkubationszeit von bis zu sechs Wochen schließen Experten jedoch weitere Fälle nicht aus.

Experten betonen, dass das südamerikanische Andesvirus zwar bei engem Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar ist, aber kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung besteht. Alle bisherigen Andesvirus-Ausbrüche in Südamerika ebbten rasch wieder ab.

(Stand: 13.5.2026)

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Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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