Nun verbreitet sich in den sozialen Medien ein Konzertvideo mit eingeblendetem AfD-Logo und der Behauptung: «Herbert Grönemeyer Konzert wird gekapert». In der Tonspur wird das Lied «Mensch» von einem lauten «Ost, Ost, Ostdeutschland»-Sprechgesang übertönt. Grönemeyer scheint unbeirrt weiterzusingen. Doch hat sich diese Situation tatsächlich so zugetragen?
Bewertung
Es handelt sich um eine Fälschung. Die Tonspur des Videos wurde manipuliert.
Fakten
Das Video zeigt ein Konzert von Herbert Grönemeyer am 3. Juni 2023 in der Leipziger Red Bull Arena im Rahmen seiner «Das ist los»-Tour. Zu Beginn des Videos ist ein markantes Muster im rot-weißen Sitzbereich zu sehen, das als Teil des Red-Bull-Bullenlogos identifiziert werden kann. Und etwa ab Sekunde 10 ist oberhalb der Bühne das Banner der «Das ist los»-Tour zu erkennen.
Es gibt weitere Videos von dem Tag, auch eines, das aufgenommen wurde, während Grönemeyer seinen Hit «Mensch» vortrug. Seine Gesten stimmen mit dem aktuell verbreiteten Video überein, von «Ostdeutschland»-Rufen ist hingegen nichts zu hören.
Grönemeyer animiert das Publikum stattdessen in der Mitte des Songs, «Leipzig, Leipzig, Leipzig» und «La-La-Leipzig» zu singen. Auch in der Berichterstattung über das Konzert wird kein Sprechchor mit der Parole «Ost, Ost, Ostdeutschland» erwähnt.
Anhänger des Dresdener Fußballvereins Dynamo hatten die Parole 2019 im Hamburger Volksparkstadion gerufen und wurden damit im Internet zu einem Meme. Die Tonspur wurde bereits irreführend unter Videos anderer Konzerte und Anti-AfD-Demonstrationen gelegt, wie dieser dpa-Faktencheck zeigt.
(Stand: 13.5.2026)
