Angeblich hat die «Deutsche Welle» in einem Video aktuell darüber berichtet, dass die Bundeswehr eine Million Männer über diese Regelung mittels «Onlinenachrichten» informiert habe. Im April sei schon 40.000 Männern die Ausreise verweigert worden, heißt es in dem Bericht.
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Der Bericht stammt nicht von der «Deutschen Welle» und die Behauptungen sind falsch.
Die «Deutsche Welle» teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit: «Bei dem Video handelt es sich um eine Fälschung.» Der Sender hat dazu einen Faktencheck veröffentlicht.
Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums bezeichnete das Video ebenfalls als Fake: «Die darin enthaltenen Angaben sind unwahr. Der Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung hat keine Nachrichten an junge Männer gesendet.» Auch die weiteren Behauptungen seien falsch. Es sei «niemanden die Ausreise auf der Grundlage des § 3 Wehrpflichtgesetz durch den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung versagt» worden.
Derzeit keine Genehmigungspflicht
Das Bundesverteidigungsministerium hat per Veröffentlichung einer Allgemeinverfügung am 16. April im Bundesanzeiger eine Ausnahme von der Genehmigungspflicht in Kraft gesetzt. «Einer vorherigen Antragstellung oder individuellen Genehmigung bedarf es nicht», steht in der Verfügung.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte das nach Erscheinen des Berichts der «Frankfurter Rundschau» angekündigt und der Deutschen Presse-Agentur damals gesagt: «Ob 17 oder 45 Jahre oder dazwischen – alle dürfen selbstverständlich verreisen und brauchen derzeit dafür auch keine Genehmigung.»
In dem gefälschten Bericht ist eine SMS zu sehen, mit der angeblich über die Genehmigungspflicht informiert worden sein soll – nach Angaben der Bundeswehr eine Fälschung. Dafür wurde die Hotline-Nummer der Bundeswehr für Bürger genutzt, die jeder im Impressum finden kann. Zudem enthält nicht nur die angebliche SMS-Nachricht einen Fehler («sie» statt «Sie»), sondern auch der darüber gelegte Text: «Die Bundeswehr wurde im April 40.000 Männern die Ausreise versperrt».
In Wirklichkeit eruiert die Bundeswehr derzeit die Tauglichkeit zum Wehrdienst junger Jahrgänge und verschickt dafür seit Januar Fragebögen an junge Menschen des Jahrgangs 2008, die volljährig geworden sind.
Zusammenhang mit russischem Propagandaprojekt?
Das Online-Rechercheprojekt Gnida vermutet, dass das gefälschte Video mit dem Desinformationsakteur zusammenhängt, der unter dem Namen «Storm 1516» bekannt ist. Der Bundesnachrichtendienst hatte im Dezember 2025 Russland als «zentralen Akteur» hinter dem «Kampagnennetzwerk Storm 1516» bezeichnet. Das hatte zur Folge, dass der russische Botschafter in das deutsche Außenministerium bestellt wurde. Gefälschte Medienberichte hat die dpa beispielsweise hier und hier falsifiziert.
(Stand: 20.4.2026)
