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Fotos von Schäden an Bahnschienen stammen nicht aus Polen

Nach Beschädigungen an einer Bahnstrecke in Polen laufen die Ermittlungen. Im Zusammenhang mit dem Vorfall teilen Nutzer auf der Plattform X mehrere Bilder. Darunter sind auch zwei Fotos (I und II), die angeblich die Schäden an den Schienen zeigen sollen. Doch sind die Bilder aktuell?

Bewertung

Falscher Kontext. Die Bilder sind nicht aktuell und haben keinen Bezug zu Polen. Sie kursierten bereits vor Jahren im Internet.

Fakten

Mithilfe von Bilderrückwärtssuchen lassen sich die Aufnahmen in früheren Beiträgen finden:

  • Das erste Foto veröffentlichte das britische Staatsunternehmen Network Rail im Januar 2020 in einer Pressemitteilung. Das für Eisenbahninfrastruktur zuständige Unternehmen berichtete damals über Reparaturarbeiten, nachdem ein entgleister Güterwagen Schäden auf der Bahnstrecke zwischen Gospel Oak und Barking in London verursacht hatte.
  • Die zweite Aufnahme stammt aus dem Jahr 2018. Auf der Plattform X hatte es die Metro-North Railroad gepostet. Das von der Metropolitan Transportation Authority (MTA) verwaltete Bahnunternehmen betreibt Linien in New York und Connecticut. In dem damaligen Post teilte das Unternehmen das Foto im Zusammenhang mit Verspätungen auf der Harlem-Linie nach einem Schienenbruch in der Nähe von Crestwood.

Die Aufnahmen sind somit nicht aktuell, sie haben keinen Bezug zu dem Vorfall an einer Strecke in Polen.

Polnische Regierung beschuldigt Russland der Sabotage

Am Sonntagmorgen hatte der Lokführer eines Zuges auf der Strecke von Warschau nach Lublin bei der Ortschaft Mika ein stark beschädigtes Gleisstück bemerkt. Polens Regierungschef Donald Tusk sprach von Sabotage. Die Gleise seien durch eine Sprengladung zerstört worden. An der gleichen Strecke wurden noch weitere Beschädigungen festgestellt.

Die polnische Regierung beschuldigt russische Geheimdienste, hinter dem Sprengstoffanschlag zu stecken. Die Ermittler haben zwei Tatverdächtige im Visier. Die beiden ukrainischen Staatsbürger sollen im Auftrag Moskaus gehandelt und sich nach der Tat nach Belarus abgesetzt haben. Der Kreml wies die Anschuldigungen Polens zurück.

(Stand: 20.11.2025)

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Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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