Bewertung
Falsch, Polio ist eine Viruserkrankung, die mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen und isoliert werden konnte. Die Erkrankung gab es schon, bevor DDT erfunden wurde.
Fakten
Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) war seit Anfang der 1940er jahrelang das weltweit meistverwendete Insektizid. Später wurde bekannt, dass DDT gesundheitliche Risiken für Tiere und Menschen birgt. Es wurde in den 1970ern in den meisten westlichen Industrieländern verboten.
Poliomyelitis (kurz Polio) ist laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) eine «akute Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem angreifen und zu schweren Behinderungen oder im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.» Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet, deshalb wird Polio auch «Kinderlähmung» genannt.
Poliovirus isoliert und entschlüsselt
Die Wissenschaftler Karl Landsteiner und Erwin Popper haben 1908 nachgewiesen, dass Polio eine ansteckende Krankheit ist – Jahrzehnte bevor DDT überhaupt verwendet wurde. Landsteiner und Popper hatten Affen Gewebe eines an akuter Kinderlähmung gestorbenen Kindes injiziert. Die Affen zeigten dieselbe Krankheit mit denselben Symptomen wie zuvor das Kind – der Beweis dafür, dass Polio ansteckend ist. Zudem wurden im Gewebe keine Bakterien gefunden. Demnach wird Polio durch einen infektiösen, nicht-bakteriellen Erreger ausgelöst.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Poliovirus im Labor kultiviert und isoliert und vollständig entschlüsselt. Das Poliovirus wird bis heute in Laboren im Rahmen der weltweiten WHO-Überwachung regelmäßig isoliert und genetisch untersucht, etwa aus Umwelt- und Stuhlproben. Der X-Post bezieht sich auf den Biologen Stefan Lanka, der 2011 ein Preisgeld für die Person ausgelobt hat, die die Existenz des Masern-Virus wissenschaftlich beweisen kann. Dieser Beweis ist mehrfach erbracht worden.
Symptome unterscheiden sich
Polioviren werden als Schmierinfektion, über die Luft oder über verunreinigtes Wasser übertragen. Leichte Symptome von Polio sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Wenn die Polioviren jedoch das zentrale Nervensystem angreifen, können Lähmungserscheinungen auftreten. Zunächst sind in der Regel Arme oder Beine betroffen. Wenn die Lähmungen sich auch auf die Atemmuskulatur ausweiten, kann Polio tödlich verlaufen.
Eine akute Vergiftung durch DDT wird in der Regel nur beobachtet, wenn Menschen die Chemikalie verschlucken. Eine niedrige Dosis führt zu Überempfindlichkeit im Mund und Gesicht. Bei einer hohen Dosis können laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit «Zungentaubheit, Missempfindungen wie Kribbeln oder Brennen, Schwindel, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur bis hin zu Krampfanfällen, Lähmungen und Atemstillstand» auftreten. Eine chronische DDT-Belastung kann sich auf den Hormonhaushalt auswirken und die Leber schädigen.
(Stand: 4.11.2025)
