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KI-Bild übertreibt Teilnehmerzahl bei Naidoo-Demo

An einer Demonstration des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo mit Verschwörungsanhängern haben Mitte März 2026 in Berlin mehrere Hundert Menschen teilgenommen. Im Netz verbreiten sich später eine vermeintliche Aufnahme der Proteste von der Aussichtsplattform der Siegessäule, mit der die von der Polizei genannte Teilnehmerzahl von rund 750 Menschen angezweifelt wird.

Bewertung

Die Aufnahme ist mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) entstanden, wie etwa das Wasserzeichen am Rand und ein falsches Logo auf einem Lastwagen beweisen.

Fakten

Ein Hinweis steckt direkt im Bild: Das rautenförmigen Symbol in der rechten unteren Ecke des Bildes deutet stark darauf hin, dass die Aufnahme mit Hilfe von Google-KI-Tools wie etwa dem KI-Assistenten Gemini entstand.

Noch klarer wird es bei einem zweiten Detail. Auf dem Bild trägt ein Lastwagen hinter der Bühne das Logo des Modelleisenbahn-Herstellers Märklin. In Wahrheit allerdings trägt der Laster die Aufschrift der Firma Eventservice Germany Veranstaltungstechnik, wie etwa diese Videos von der Veranstaltung (ab 2:39:40 Stunden und ab 3:12:40 Stunden) zeigen.

Auch andere Fotos helfen bei der Einordnung. Aufnahmen von der Siegessäule um etwa 14 Uhr zeigen die Szene aus ähnlicher Perspektive. Dort ist – wenn auch unscharf – die richtige Beschriftung des Lastwagens zu erkennen (hier, hier oder hier). Vor allem aber: Die Menschenmenge ist deutlich kleiner als auf dem manipulierten Bild.

Polizei spricht von 750 Teilnehmern

Die von Sänger Naidoo initiierte Demonstration trug den Titel «Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex». Mit Blick auf die Akten des US-Sexualverbrechers Jeffrey Epstein sprachen mehrere Redner über Kinderschutz.

Naidoo sang einige seiner Lieder und redete in Andeutungen über «Menschen, die furchtbare Dinge tun», über weit verbreiteten Kindesmissbrauch und über ein selbst erlebtes Ereignis als Opfer im Kindesalter.

Nach Angaben der Polizei nahmen rund 750 Menschen an der Versammlung am Großen Stern teil. Die Behörde stützt sich dabei auf eigene Beobachtungen und Auswertungen vor Ort. Unter anderem wurden die Proteste von der Siegessäulde fotografiert. Bereits in der Vergangenheit hat die Polizei der Deutschen Presse-Agentur erklärt, wie sie zu ihren Zahlen kommt.

Der Protest begann gegen 14.00 Uhr an der Siegessäule, führte zeitweise zum Kanzleramt und endete am Abend wieder am Ausgangspunkt. Viele Deutschlandfahnen waren zu sehen, auf manchen Plakaten wurden Politiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beschimpft. Eine Frau zeigte den verbotenen Hitlergruß und wurde festgenommen.

(Stand: 24.3.2026)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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