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Der Satz ist erfunden. Klingbeil hat ihn nicht gesagt. Der SPD-Chef pocht vielmehr auf die Beibehaltung des aktuellen Renteneintrittsalters.
Fakten
«Wir können ausschließen, dass Minister Klingbeil sich so geäußert hat», schreibt ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Es gibt keinerlei Hinweise, dass der SPD-Chef so etwas gesagt haben könnte. In Posts, die die Behauptung verbreiten, ist keine Quelle angegeben, wann, wo oder in welcher Form der Minister diesen Satz überhaupt fallen gelassen haben soll. Wäre dies tatsächlich passiert, hätte es unzweifelhaft Reaktionen aus Gesellschaft und Medien gegeben – die sind aber ebenfalls nicht zu finden.
Auch passt die kolportierte Aussage überhaupt nicht zu Klingbeils Einlassungen der vergangenen Tage. In Berlin sagte er bei der Vorstellung der Haushaltspläne der Regierung: In den Koalitionsverhandlungen sei sehr klar besprochen worden, dass es keine Erhöhung des Renteneintrittsalters geben werde.
Mit Blick auf die Aussage von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (kostenpflichtig), wonach die Menschen in Deutschland «mehr und länger arbeiten» müssten, erwiderte Klingbeil: Es helfe nicht, wenn es Rufe «von der Seitenlinie» gebe.
Bei RTL/n-tv pochte der Vizekanzler später erneut auf die Einhaltung des Koalitionsvertrags, der eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht vorsieht (S. 20). Menschen wie Dachdeckern, Pflegekräften oder Erzieherinnen «jetzt zu sagen, wir wollen, dass ihr noch länger arbeitet, das ist schon ein Schlag ins Gesicht für viele», so Klingbeil.
(Stand: 7.8.2025)
