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Atommüll kann nach Stand der Technik nicht restlos entsorgt werden. Zudem kosten Atomkraftwerke sehr viel Geld. Kritiker heben zahlreiche ungelöste Probleme hervor.
Fakten
Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ist eindeutig: «Es gab und gibt Kernkraftwerke, die einen Teil hochradioaktiver Abfälle zur Stromerzeugung nutzen können. Viele Bestandteile des Brennstoffabfalls sind von der Wiederaufarbeitung und Weiterverwendung allerdings bisher ausgeschlossen», schreiben die Fachleute. Radioaktive Schwermetalle sowie Spaltprodukte wie Cäsium und Technetium blieben übrig.
Theoretisch könnten auch solche Elemente verbrannt werden, fügt das Bundesamt hinzu. «Diese Technologie ist aber noch nicht marktreif verfügbar und es blieben weiterhin eine Vielzahl von Spaltprodukten im abgebrannten Kernbrennstoff, von denen einige sehr langlebig sind», erklärt die Behörde. Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle, so das Fazit, «bliebe damit weiterhin erforderlich».
Russischer Reaktor
Auch Atomkraftgegner verweisen – wenig überraschend – auf zahlreiche ungelöste Probleme und Schwierigkeiten. Befürworter der Kernkraft hingegen glauben, russische Technik könnte die Lösung sein. Der hier geprüfte Post spricht von «havariesicheren Reaktoren von der Art des russischen BN-800». Ein solcher Reaktor steht in Belojarsk nahe der Millionenstadt Jekaterinburg.
Mit dem Bau jenes BN-800 wurde im Jahr 2005 begonnen, mehr als zehn Jahre später lieferte er Strom «im kommerziellen Leistungsbetrieb». Weitere elf Jahre später soll voraussichtlich mit dem Bau eines Nachfolgemodells, dem BN-1200M, begonnen werden. Auch in Russland hat sich diese Technik bisher nicht in großem Stil verbreitet.
Der Ausbau wurde ohne nähere Angabe von Gründen in der Vergangenheit schon verschoben und die Betreiberfirma bekam weniger staatliche Subventionen. Die russische Atomenergiebehörde Rosatom beklagte noch im Juli 2025, die geplanten weltweiten Investitionen in Kernenergie in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar (rund 60,5 Milliarden Euro) im laufenden Jahr seien «alarmierend niedrig».
Probleme mit der Sicherheit
Schon vor 20 Jahren stellten Experten des Forschungszentrums der EU-Kommission fest, dass Reaktoren von der Bauart des BN-800 Nachteile bei der Sicherheit verglichen mit anderen Reaktortypen aufweisen. Schon von daher kann, anders als behauptet, nicht von «havariesicheren Reaktoren» gesprochen werden.
In Deutschland wurde das Projekt eines sogenannten Schnellen Brüters bereits 1991 aufgegeben. Es sei «zu unsicher, zu teuer», erklärte der damalige Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber (CDU) die Entscheidung. Zurück blieb eine 3,5 Milliarden Euro teure Investitionsruine in Kalkar am Niederrhein.
(Stand: 28.11.2025)
