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Luftbild zeigt Gräber im Iran, nicht in Indonesien

Nach dem Angriff auf eine Mädchenschule im Iran, bei der fast 200 Menschen getötet worden sein sollen, werfen Social-Media-Nutzer Medien vor, falsches Bildmaterial zu verbreiten: «Sie können es nicht oder wollen es nicht». Auf einem bei X geteiltem Screenshot mit dem Logo des ZDF ist ein Luftbild mit Gräbern zu sehen. Dies soll angeblich «als alt und aus Indonesien stammend entlarvt» worden sein. In Wahrheit sei es «ein Reuters-Foto vom Juli 2021 vom Rorotan-Friedhof». Welcher Kontext stimmt?

Bewertung

Das Bild zeigt Gräber im Iran. Zwar existieren ähnliche Luftaufnahmen aus Indonesien während der Corona-Pandemie, sie sind jedoch nicht identisch mit dem Bild aus dem ZDF-Beitrag.

Fakten

Bei einem Angriff auf eine Schule im südiranischen Minab am Morgen des 28. Februar wurden nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern getötet. Das Luftbild erschien im «Heute-Journal» vom 3. März (ab Minute 2:07). Einen Tag zuvor hatte die Abteilung für ausländische Medien der iranischen Regierung entsprechende Aufnahmen der Gräber veröffentlicht.

Das im ZDF-Beitrag gezeigte Motiv stammt aus einem Drohnenvideo, das die Nachrichtenagentur Reuters verbreitete. Anhand mehrerer Details lässt sich der genaue Ort bestimmen: Die Baumreihe am oberen Bildrand und ein Gebäude links oben sind auch auf Satellitenbildern eines Friedhofs in Minab zu erkennen.

Ähnliche Bilder aus Indonesien

Nachdem Irans Außenminister Abbas Araghtschi eines der Luftbilder bei X veröffentlicht hatte, zweifelten einige Nutzer an der Echtheit. Auch der KI-Assistent Grok kam zu dem Ergebnis, dass das Bild nicht aus dem Iran, sondern aus Indonesien stamme – doch das Sprachmodell lag falsch.

Eine Bildsuche zeigt zwar Luftaufnahmen von frisch ausgehobenen Gräbern aus Indonesien aus dem Jahr 2021. Sie entstanden während der schlimmsten Phase der Corona-Pandemie, als dort täglich Tausende Menschen starben. Diese Bilder ähneln den aktuellen Aufnahmen aus dem Iran nur oberflächlich.

Bericht: Schule während US-Angriffen getroffen

Der Angriff auf die Mädchenschule in Minab ereignete sich laut einem Bericht der «New York Times» während US-Angriffen auf eine nahe gelegene Militäranlage. Die Zeitung wertete Satellitenbilder, verifizierte Videos und Beiträge aus sozialen Netzwerken aus. Demnach wurde das Schulgebäude durch einen präzisen Schlag schwer beschädigt, zeitgleich mit Angriffen auf einen angrenzenden Marinestützpunkt.

Die Analyse legt nahe, dass die Angriffe zusammenhängen könnten. Die «New York Times» hält sich jedoch mit einer eindeutigen Zuordnung zurück: Die US-Regierung habe den Angriff bislang weder bestätigt noch dementiert.

(Stand: 7.3.2026)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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