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Nach Zugkatastrophe in Spanien verbreitet sich ein KI-Bild

Bei einem der schwersten Eisenbahnunglücke in der Geschichte Spaniens sind am Abend des 18. Januar 2026 in Andalusien mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Nur wenige Stunden nach dem Unglück kursierte in den sozialen Medien ein Bild, das angeblich den Unfallort zeigt. Mehrere Medien bebilderten Artikel mit dem Motiv. Doch handelt es sich dabei um eine authentische Aufnahme?

Bewertung

Nein. Das Bild ist KI-generiert.

Fakten

Bei genauerer Betrachtung lassen sich mehrere visuelle Unstimmigkeiten feststellen, die typisch für KI-generierte Inhalte sind. Am auffälligsten ist, dass die Gleise auf der linken Seite des Bildes nur eine Schiene haben. Zudem fehlen die für Hochgeschwindigkeitsstrecken üblichen Oberleitungen. Auch die Lackierung der dargestellten Iryo-Züge entspricht nicht deren tatsächlichem Erscheinungsbild.

Eine Abfrage bei Googles KI «Gemini» ergab, dass das Bild «ganz oder teilweise mit KI-Tools von Google erstellt» wurde. Der Konzern versieht KI-generierte Bilder mit einem unsichtbaren digitalen Wasserzeichen, das laut dem Unternehmen auch nach Bearbeitungen wie Zuschneiden oder dem Hinzufügen von Filtern erhalten bleibt und eine transparente Identifizierung ermöglichen soll.

Der spanische Radiosender Cadena SER gehörte zu den ersten Medien, die das Bild veröffentlichten, entschuldigte sich aber kurze Zeit später auf X für die ungeprüfte Verbreitung. Auch «Die Welt» hat das KI-Bild inzwischen entfernt.

Unfallhergang

Die Katastrophe ereignete sich gegen 19:40 Uhr nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba. Laut der spanischen Bahngesellschaft Renfe entgleisten die beiden letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszugs der italienischen Gesellschaft Trenitalia bei einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 200 km/h und gerieten auf das benachbarte Gleis.

Zeitgleich näherte sich auf diesem Gleis ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit ähnlicher Geschwindigkeit. Es kam zu einer frontalen Kollision mit den entgleisten Waggons, wodurch auch der Renfe-Zug aus den Schienen gerissen wurde.

Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges aus den Gleisen geschleudert wurden und eine vier Meter hohe Böschung hinunterstürzten. Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen von Málaga nach Madrid unterwegs, während der Renfe-Zug mit rund 200 Passagieren von Madrid nach Huelva fuhr. Viele Fahrgäste waren stundenlang in den Zügen eingeschlossen.

(Stand: 22.1.2026)

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Künstliche Intelligenz, Katastrophen

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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