Bewertung
Nur Anhand des Videos, das an mehreren Stellen geschnittenen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, wie die Rückstände im Topf entstehen. Die plausiblere Erklärung sind Pollen beziehungsweise Blütenstaub im Regenwasser. Wissenschaftliche Belege für die Existenz sogenannter Chemtrails gibt es nicht.
Fakten
Das Video soll zeigen, dass der Regen neben Wasser weitere Bestandteile enthält, die beim Abkochen zurückbleiben. Mit dem Versuch soll die Existenz von Chemtrails belegt werden, also die Theorie, dass Flugzeuge zur Beeinflussung von Mensch und Natur Chemikalien versprühen.
Allerdings lässt sich nur anhand des Videos gar nicht sagen, wie es zu den Rückständen kommt. Das liegt vor allem daran, dass das Video Schnitte enthält. Was zwischen den einzelnen Videosequenzen passiert und ob zum Beispiel noch etwas anderes als Regenwasser im Topf landet, ist nicht bekannt.
Regenwetter und Pollenflug
Doch auch ohne solche möglichen Tricks sind andere Erklärungen für die Rückstände plausibler als die Chemtrail-Theorie. Das Video wurde zum ersten Mal am Morgen des 11. Mai 2025 auf TikTok hochgeladen. Aufgenommen wurde es in der Stadt Hanau in Hessen. Wetterdaten zeigen, dass es in der Region am 10. und 11. Mai tatsächlich regnete.
Der Frühling ist die Zeit, in der sich in der Luft viele Pollen, also Blütenstaub von Pflanzen, ausbreiten. Das zeigen Pollenflugkalender und auch Vorhersagen für den Zeitraum Mitte Mai, in dem das Video aufgenommen wurde.
Ein Teil des Wassers tropft vom höhergelegenen Balkon
Regen wäscht Pollen aus der Luft, Regenwasser enthält in der Pollensaison demnach Pollen. Hinzu kommt, dass ein Teil des im Video aufgefangenen Regenwassers – «echt fette Tropfen» – offenbar von den Balkonen weiter oben stammt. So liegt nahe, dass sich im Wasser Blütenstaub oder Schmutz befinden. Lässt man das Wasser verdampfen, muss dieser zurückbleiben.
Einen Beleg für Chemtrails, also angeblich vorsätzlich von Flugzeugen versprühte Chemikalien zur Beeinflussung von Umwelt und Mensch, ist das Video nicht. Deren Existenz wird zwar immer wieder behauptet, ist aber wissenschaftlich nicht haltbar. Belegt sind aber Verfahren wie Cloud Seeding, bei dem Wolken zum Beispiel mit Silberjodid zum Abregnen gebracht werden, etwa für die Landwirtschaft. Die Wirksamkeit ist laut Forschern begrenzt. Wetterbeeinflussung ist zudem aus ethischen Gründen umstritten.
(Stand: 8.6.2026)
