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Rentenalter auf 64 angehoben – Macron hat Reform durchgesetzt

┬źDas Volk┬╗ habe ┬źgewonnen┬╗, hei├čt es in einem Sharepic auf Facebook mit Blick auf Frankreich: ┬źRente Mann ab 62. Rente Frau ab 58.┬╗ Sind das wirklich die korrekten Angaben zum dortigen Renteneinstiegsalter?

Bewertung

Nein. Frankreichs Pr├Ąsident Emmanuel Macron hat im April eine Reform durchgesetzt, mit der das Renteneintrittsalter schrittweise auf 64 Jahre steigt.

Fakten

Die Rentenreform in Frankreich war und ist heftig umstritten und wurde von gro├čen Protesten begleitet. Nach mehreren Anl├Ąufen hat die franz├Âsische Regierung sie aber im April 2023 endg├╝ltig durchgesetzt.

Mit der Reform wird das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben, bis es im Jahr 2030 bei 64 Jahren liegt. Eine Unterscheidung zwischen M├Ąnnern und Frauen ist dem franz├Âsischen Arbeitsministerium zufolge nicht vorgesehen. Es gibt zudem weitere Einschr├Ąnkungen und Ausnahmen: Zum Beispiel ist ab dem Jahr 2027 f├╝r den vollen Rentensatz dem Ministerium zufolge Voraussetzung, dass man 43 Arbeitsjahre aufweisen kann. Wer mit 67 Jahren in Rente geht, erh├Ąlt demnach aber in jedem Fall eine abschlagsfreie Rente.

Die falschen Angaben 62 beziehungsweise 58 Jahre beruhen m├Âglicherweise auf einem veralteten Stand, als es tats├Ąchlich nach einem Scheitern der Reform aussah. Derselbe Wortlaut findet sich n├Ąmlich bereits in Beitr├Ągen, die auf Facebook Monate und sogar Jahre vor der Verabschiedung der Rentenreform ver├Âffentlicht wurden. F├╝r Frauen galt aber auch schon vor der Reform kein niedrigeres Renteneintrittsalter als f├╝r M├Ąnner – die Angabe war also auch damals schon falsch.

Macronw├Ąhlte f├╝r Reform Weg ├╝ber umstrittenen Artikel

F├╝r die Reform unternahmen die franz├Âsische Regierung und Pr├Ąsident Macron mehrere Anl├Ąufe. Im Jahr 2020 wurde ein erster Reformversuch wieder gestoppt. 2022 versuchte Macron es erneut. Beide Vorhaben riefen Widerstand zum Beispiel der Gewerkschaften und gro├čen, teils gewaltt├Ątigen Protest hervor. An einzelnen Aktionstagen gingen 2023 ├╝ber eine Million Franz├Âsinnen und Franzosen auf die Stra├če.

├ťber die Reform stimmte nicht die Nationalversammlung ab, sondern Macron w├Ąhlte den Weg ├╝ber den umstrittenen Artikel 49.3 der franz├Âsischen Verfassung. Dieser erm├Âglicht es dem Pr├Ąsidenten und seiner Regierung, neue Gesetze auch ohne Mehrheit im Parlament durchzusetzen.

(Stand: 30.8.2023)

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Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Urspr├╝nglich hier ver├Âffentlicht.

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