Bewertung
Nein. Das Video ist manipuliert. In der Originalaufnahme spricht Trump über die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China, nicht über Transpersonen.
Fakten
Die Bilder stammen von einer Pressekonferenz am 12. Mai 2025 im Weißen Haus. Neben Trump ist darin Jayanta Bhattacharya zu sehen, der neue Direktor der National Institutes of Health (NIH).
Die Bewegungen des Präsidenten in dem gefälschten Clip entsprechen denen im Originalvideo – jedoch spricht Trump dort über Handelspolitik. Im Originalvideo bewegt Trump bei Minute 8:17 die Hände exakt so, wie zu Beginn des gefälschten Clips.
Manipulation mit Deepfakes möglich
Das zeigt, dass nicht nur die Tonspur verfälscht wurde, sondern auch die Lippenbewegungen manipuliert sind. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz kann sogenanntes Voice Cloning Trumps Stimme künstlich erzeugen und so täuschend echt klingen. Zusätzlich ist es mithilfe von sogenanntem Lip-Sync technisch machbar, die Mundbewegungen an den verfälschten Text anzupassen. Man spricht hierbei auch von Deepfakes.
Ursprünglich wurde das manipulierte Video vom X-Account @MaverickDarby geteilt. Dort wird in der Profilbeschreibung auf Satire hingewiesen, dass es sich um eine Fälschung handelt. Bei dem gefälschten Clip ist zwar am Ende eine Notiz mit «nicht echt» angehangen, eine Kennzeichnung als digital generierter Content fehlt jedoch.
Trumps Politik gegenüber Transpersonen
Auch wenn Trump diese Aussagen in den Mund gelegt wurden: Der derzeitige US-Präsident verfolgt eine Politik, die die Rechte von Transpersonen einschränkt. Am Tag seiner zweiten Amtseinführung, dem 20. Januar 2025, erließ er ein Dekret, wonach die US-Regierung nur noch binäre Geschlechter, also männlich und weiblich, anerkennt. Eine Woche später folgte ein weiteres Dekret, das Transpersonen den Dienst in US-Streitkräften verbietet.
Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International warnen seitdem vor den Folgen. Sie befürchten etwa, dass Transpersonen der Zugang zu öffentlichen Einrichtungen verwehrt wird oder dass sie in Gefängnissen besonders gefährdet seien, weil sie nach ihrem bei Geburt zugeschriebenen Geschlecht untergebracht werden.
(Stand: 12.9.2025)
