Die Bildunterschrift behauptet, eine Gruppe von 13-jährigen Mädchen habe im Juli 1945 in New Mexico gezeltet. Während sie in einem Fluss schwammen, sei in unmittelbarer Nähe die Atombombe getestet worden. Später seien alle elf an Krebs erkrankt und zehn von ihnen noch vor ihrem 30. Geburtstag gestorben. Nur Barbara Kent habe länger überlebt und mehrere Krebserkrankungen überstanden. Sind Geschichte und Bild korrekt?
Bewertung
Den Trinity-Test hat es gegeben, ebenso wie die Zeitzeugin Barbara Kent. Sie berichtete mehrfach in US-Medien über ihre Erlebnisse im Sommer 1945. Die Schilderungen in den Beiträgen stimmen im Wesentlichen mit ihren Aussagen überein. Das kursierende Bild passt jedoch nicht dazu – es ist höchstwahrscheinlich KI-generiert.
Fakten
Einige Wochen bevor die erste Atombombe am 6. August über Hiroshima abgeworfen wurde, führte die USA am 16. Juli 1945 den Trinity-Atomtest in der Wüste New Mexicos durch.
Sucht man nach «Barbara Kent» und «Trinity-Test» findet man Berichterstattung verschiedener Medien, in denen Barbara Kent die Ereignisse des 16. Juli 1945 schildert. In den Berichten wird einheitlich beschrieben, dass die dort lebende Bevölkerung weder im Vor-, noch im Nachhinein zu den Atomtests informiert worden war.
Barbara Kent war gemeinsam mit elf weiteren Mädchen und ihrer Tanzlehrerin zu einem Tanzcamp in der Wüste New Mexicos. Anders als in dem Posting dargestellt, lagen die Mädchen zum Zeitpunkt der Explosion gegen 5.30 Uhr morgens aber noch im Bett.
Danach deckt sich die Schilderung von Barbara Kent aus den Berichten mit der in dem Beitrag: Einige Stunden nach der Explosion gingen die Mädchen hinaus, als weiße Flocken vom Himmel fielen und sie diese für Schnee hielten. Tatsächlich handelte es sich um radioaktiven Niederschlag (Fallout).
Die Schilderungen von Kent bezüglich der anderen Mädchen variieren: Gegenüber National Geographic sagte sie, sie sei mit 30 Jahren die einzige Überlebende gewesen. In einem früheren Interview mit Vice erklärte sie, nur sie und eine weitere Teilnehmerin seien älter als 40 geworden. Da die Namen der anderen Mädchen nicht bekannt sind, lässt sich die Behauptung, dass alle vor ihrem 30. Geburtstag gestorben seien, nicht überprüfen. Unbestritten ist jedoch, dass hohe Strahlendosen das Krebsrisiko erheblich erhöhen.
Bild ist wahrscheinlich KI-generiert
Eine Bilderrückwärtssuche zeigt keine Veröffentlichungen des Bildes vor 2025. Auch sehen die Personen anders aus als die auf dem Foto von Barbara Kent. Ebenso unterscheidet sich die Form der Wolke deutlich von historischen Aufnahmen.
Zudem ist die Bildqualität für eine Aufnahme aus dem Jahr 1945 ungewöhnlich hoch. Auch erscheint es unplausibel, dass die Mädchen schon um 5.30 Uhr im Fluss badeten und dabei in dem Moment der Explosion lachend in die Kamera blickten. All dies deutet darauf hin, dass das Bild mit KI erstellt wurde.
(Stand: 12.9.2025)
