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Unbeteiligter Mann fälschlich als Täter bezeichnet

Nach dem Terrorangriff am Bondi Beach in Sydney kursieren in sozialen Netzwerken falsche Täterzuordnungen. Ein Nutzer auf X verbreitet eine Bildcollage, die einen der Attentäter zeigen soll. Er sei 25 Jahre alt und stamme aus Pakistan. Als Beleg werden mehrere Fotos gezeigt, darunter ein angeblicher Führerschein, ein Selfie, die Aufnahmen eines Mannes mit Waffe sowie eine Person in einem Stadion.

Bewertung

Die Täterzuordnung ist teilweise falsch. Auf mindestens einem Foto, das einen der beiden Täter zeigen soll, ist ein unbeteiligter Mann zu sehen, der in keinem Zusammenhang mit dem Anschlag steht.

Fakten

Das Bild im Stadion zeigt einen Unbeteiligten. Der Mann, der fälschlicherweise beschuldigt wird, hat dazu auf Facebook ein Statement abgegeben. Auch das pakistanische Generalkonsulat in Sydney teilte ein Video des Mannes, um der falschen Täterzuschreibung entgegenzutreten.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei den mutmaßlichen Attentätern um Vater und Sohn. Ein Täter wurde vor Ort von der Polizei erschossen. Der andere Täter wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der fälschlicherweise Beschuldigte wird hingegen nicht der Beteiligung an der Tat verdächtigt und ist auf freiem Fuß.

Das in der Bildcollage verwendete Stadion-Bild wurde vor rund 6 Jahren auf seinem Facebook-Profil gepostet. Der Mann trägt den gleichen Namen wie die Person, die von den australischen Behörden als mutmaßlicher Täter identifiziert wurde.

Andere Bilder zeigen mutmaßlichen Täter

Ein anderes Foto etwa, auf dem ein Mann im schwarzen T-Shirt zu sehen ist, wird hingegen auch in der lokalen Berichterstattung über den Anschlag verwendet. Zwei Attentäter haben am 14. Dezember am Bondi Beach in Sydney auf Teilnehmer eines jüdischen Festes geschossen und 15 von ihnen getötet.

Kurz nach dem jüngsten Attentat in Australien sind in den sozialen Netzwerken vielfach Falschbehauptungen und Desinformation verbreitet worden. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) verfasste dazu bereits mehrere Faktenchecks (etwa hier, hier und hier).

(Stand: 25.12.2025)

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Politik, Gesellschaft

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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