Bewertung
Das Video ist nicht aktuell, sondern wurde im Jahr 2021 aufgenommen. Es zeigt Migranten an der der Grenze zwischen Belarus und Polen.
Fakten
Auch wenn es in Beiträgen auf Instagram und Tiktok im Februar 2026 behauptet wird: Das Video zeigt keine «neue Flüchtlingswelle». Es ist schon mehr als vier Jahre alt. Erstmals verbreitete es sich im November 2021 in den sozialen Netzwerken. Neben weiteren Accounts veröffentlichte damals das belarussische Exilmedium «Nexta» die Aufnahme auf der Plattform X.
In den Beiträgen wurden seinerzeit genauere Angaben dazu gemacht, was im Video zu sehen ist. Demnach geht es um Migranten, die in Belarus auf dem Weg zur Grenze zu Polen waren. Ein Blick in den Kartendienst Google Maps belegt, dass es sich um eine belarussische Straße nahe des polnischen Grenzortes Kuźnica handelt. Die Menschen im Video waren noch rund drei Kilometer vom Grenzübergang entfernt.
Belarussisch-polnische Migrationskrise 2021
Im Jahr 2021 erreichten vermehrt Migranten über Belarus die polnische EU-Außengrenze. Polen und die EU warfen Belarus vor, Menschen vor allem aus dem Nahen Osten mit Touristenvisa ins Land zu holen, um diese über die Westgrenze des Landes in die EU weiterreisen zu lassen. Polens Regierung sprach von «hybrider Kriegsführung» des autoritär geführten Nachbarlands. Viele der Menschen strandeten an der Grenze.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtete von sogenannten Pushbacks der polnischen Behörden sowie von Gewalt gegen Migranten auf beiden Seiten der Grenze. Im November 2021 sprach HRW mit Blick auf die vorangegangenen Monate von 13 Todesfällen. Als Reaktion auf die Ankunft der Migranten verstärkte Polen seine Grenzanlagen.
Die Flucht- und Asylmigration nach Deutschland ist zuletzt zurückgegangen. Bei den Erstanträgen auf Asyl verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Jahr 2025 einen Rückgang gegenüber 2024 um mehr als die Hälfte auf rund 113.000. Bereits seit 2023 sinkt die Zahl. Auch für Januar 2026 meldet das BAMF weniger Erstanträge als im Vorjahresmonat.
(Stand: 20.2.2026)
