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Vermeintliches Buch über Peter Magyar als Monster ist eine Erfindung

In Ungarn hat Peter Magyar Anfang Mai das Amt des Ministerpräsidenten angetreten. Seine Tisza-Partei hatte im April die Parlamentswahl gewonnen und damit die 16-jährige Regierungszeit des Rechtspopulisten Viktor Orban beendet. Noch vor der Wahl verbreitete sich in sozialen Medien die Behauptung, Magyars Ex-Frau habe ein Buch veröffentlicht, in dem sie dem Tisza-Politiker unter anderem schwere Alkoholabhängigkeit, sexuelle Handlungen vor den Augen seiner Kinder und Tierquälerei vorwerfe. Gibt es diese Vorwürfe wirklich?

Bewertung

Falsch. Das angebliche veröffentlichte Buch existiert nicht. Es ist nicht auffindbar und die Ex-Frau von Magyar, Judit Varga, bestreitet, dieses Buch geschrieben und veröffentlicht zu haben. Die Falschmeldung kursierte vor der Wahl im Rahmen einer Desinformationskampagne.

Fakten

Das Enthüllungsbuch, das angeblich den Titel «16 Jahre mit einem Monster» tragen soll, existiert nicht. Es ist nicht auffindbar – auch nicht in der Datenbank des ungarischen Buchhändlers Libri, in der es laut einem Video angeboten werden soll.

Auch die Ex-Frau von Peter Magyar, Judit Varga, hat das Gerücht über das Buch dementiert. Sie erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, sie habe keine Autobiografie geschrieben. Diejenigen, die etwas anderes behaupteten, seien Betrüger. In einem Kommentar auf Facebook äußerte sie sich ähnlich.

Für die Behauptungen zur angeblichen Tierquälerei und weiteren missbräuchlichen Handlungen gibt es also keine belastbaren Belege.

Falschmeldung kursiert auf neu erstellter, unseriöser Webseite

Weitere Hinweise sprechen dafür, dass die Falschmeldungen über ein erfundenes Buch Teil einer Desinformationskampagne waren. Verbreitet wurde die falsche Behauptung auch in einem Artikel, der am 6. April 2026 auf der ungarischen Website «Magyar Hirek 24» veröffentlicht wurde. Diese Webseite wurde erst am selben Tag wie der Artikel, der Peter Magyar belastet, erstellt. Außerdem fehlen rechtliche Hinweise oder Kontaktmöglichkeiten zu den Verantwortlichen der betreffenden Webseite, was ebenfalls gegen ein seriöses Angebot spricht.

Die Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April 2026 waren von einer intensiven Desinformationskampagne überschattet. Es kursierten KI-generierte Videos und Fotos, Falschmeldungen und vollständig erfundene politische Programme, die darauf abzielten, Magyar und seine Tisza-Partei zu diskreditieren. Letztlich gewannen sie dennoch die Wahl.

Magyar veröffentlichte nach Trennung von Varga politisch relevante Tonaufnahme

Judit Varga war Justizministerin im Kabinett von Viktor Orban und von 2006 bis 2023 die Ehefrau von Peter Magyar. Nach der Trennung und seinem Bruch mit der Regierungspartei baute Magyar die Oppositionspartei Tisza auf.

Nach der Scheidung verbreitete Peter Magyar eine Tonaufnahme von Judit Varga aus dem Jahr 2023, als sie noch Justizministerin war. In dem Audioausschnitt, den Magyar ohne ihr Wissen aufgenommen hatte, spricht Varga über die Einmischung der Regierung in einen Korruptionsfall, um Beweise für korrupte Geschäftstransaktionen von Regierungsbeamten zu vertuschen.

Nach der Veröffentlichung dieser Aufnahme beschuldigte Varga Magyar der körperlichen und verbalen Gewalt. Magyar hat die Vorwürfe stets als politisch motivierte Verleumdung zurückgewiesen.

(Stand: 20.5.2026)

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Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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