Bewertung
Nein, das Video wurde KI-generiert und zeigt keine realen Bilder.
Fakten
Am 4. Juli 2026 haben die Trauerfeierlichkeiten begonnen. Dazu wurden die Särge des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei und mehrerer seiner Familienmitglieder in der Großmoschee Mosalla in der iranischen Hauptstadt Teheran hinter Vitrinen aufgebahrt. Am selben Tag verbreiteten User auch das fragliche Video. Entsprechend müsste der Clip also Szenen aus Teheran zeigen.
Doch ein Abgleich mit aktuellen Aufnahmen und Online-Kartendiensten zeigt: Das Gelände der Großmoschee Mosalla unterscheidet sich deutlich von den Bildern aus dem Video. Die Moschee besitzt derzeit zudem eine blaue Kuppel – in dem Clip ist sie allerdings beige.
Fehler entlarven das verbreitete Video als KI-Werk
Mithilfe einer Bilderrückwärtssuche lässt sich das Video in einer besseren Auflösung finden. Bei einem genaueren Blick fallen darin weitere Unstimmigkeiten und Fehler auf, die typisch für mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Inhalte sind und es als solchen entlarven:
- Inkonsistente Darstellung: Das Gebäude, das wohl die Großmoschee Mosalla darstellen soll, verändert sich von Sequenz zu Sequenz. Erst beläuft sich die Anzahl der Minarette auf zwei, dann auf fünf.
- Falsche Flaggen: In der zweiten Sequenz sind in der unteren Bildhälfte Flaggen des Irans erkennbar, in der oberen Bildhälfte erinnern rot-weiß-rote Flaggen allerdings eher an Österreich.
- Aufschrift auf Bannern und Schildern: Laut Faktenprüfern des arabischen Portals «Misbar» enthalten die Banner und Schilder in dem Video verzerrten oder zusammenhanglosen persischen Text.
Beisetzung ist für 9. Juli in Maschhad geplant
Das Video ist also ein KI-Werk. Unterdessen gehen die öffentlichen Trauerfeierlichkeiten weiter. Nach der Aufbahrung seines Sargs in der Großmoschee Mosalla zog am Montag, 6. Juli, ein Trauerzug durch Teheran. Die Staatsagentur Irna sprach von Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, nannte jedoch keine genaue Zahl.
In der iranischen Stadt Ghom, dem Zentrum der schiitischen Geistlichkeit des Landes, folgte am frühen Dienstagmorgen ein Totengebet, wie Staatsmedien berichteten. Am Mittwoch sind Zeremonien im Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei im Imam-Reza-Schrein in seiner Heimatstadt Maschhad am Donnerstag beigesetzt werden soll.
Chamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Irans Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis sich Vertreter aus Washington und Teheran Anfang April auf eine Waffenruhe einigten.
(Stand: 7.7.2026)
