Windräder rechnen sich meist schon im ersten Betriebsjahr - Featured image

Windräder rechnen sich meist schon im ersten Betriebsjahr

In sozialen Netzwerken wird viel über die Energiewende diskutiert. Manchmal geht es um konkrete Vorhaben wie den geplanten Windpark nahe des Hermannsdenkmals bei Detmold: Ein Nutzer schreibt hierzu unter anderem, dass es strittig sei, ob Windräder «während ihrer Gesamtbetriebsdauer mehr Energie erzeugen, als zuvor in ihre Produktion und ihre Aufstellung gesteckt worden ist».

Außerdem wird behauptet, dass kein Windrad ohne Subventionen ökonomisch konkurrenzfähig wäre. Als Gegenbeispiel werden Atomkraftwerke genannt. Stimmt das?

Bewertung

Die Behauptungen sind irreführend bis falsch. Die Energierücklaufzeit moderner Windkraftanlagen ist gut untersucht und liegt typischerweise bei wenigen Monaten bis etwa einem Jahr. In die Atomkraft flossen enorme Subventionen aus Steuergeld.

Fakten

Die Forschungslage bei der Ökobilanz von Windparks ist ziemlich eindeutig: Moderne Windkraftanlagen amortisieren sich energetisch meist innerhalb weniger Monate.

Mit der Amortisation ist gemeint, ab wann die Anlage so viel Strom erzeugt hat, wie Energie für Herstellung, Transport, Aufbau, Wartung und Rückbau benötigt wird. Mehr dazu ist beispielsweise Umweltbundesamt oder auf Branchenseiten nachzulesen.

Windparks gelten als eine der derzeit klimafreundlichsten Stromerzeugungen. Zu dieser Einschätzung kam der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags bereits 2007. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass beim Betrieb von Windkraftanlagen keine direkten CO2-Emissionen entstehen.

Völlig emissionsfrei sind Windparks nicht, da bei Produktion, Auf- und Abbau CO2 ausgestoßen wird. Auch im Betrieb können Emissionen anfallen; beim Transport von Ersatzteilen etwa. Doch im Vergleich zu anderen, im Besonderen zu fossilen Energieträgern, sind diese Emissionen verschwindend gering.

EEG-Bezuschussung wird über Stromverbraucher finanziert

Windkraftanlagen erhalten Zuschüsse hauptsächlich dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Dabei handelt es sich nicht um klassische Subventionierungen aus Steuermitteln, wie auf der Website des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) nachzulesen ist.

In der Behauptung wird Atomkraft als Gegenbeispiel genannt: Zwar war Strom aus deutschen Kernkraftwerken in der Vergangenheit sehr günstig, gleichzeitig wurden sie aber auch in erheblichem Umfang vom Staat mitfinanziert.

Wie aus einer Studie des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hervorgeht, sind die durchschnittlichen Kosten für mit Windkraft erzeugten Strom deutlich niedriger als die für Atomkraft. Wie beispielsweise die «Tagesschau» berichtet, hält es die Energiebranche für marktwirtschaftlich unprofitabel, Atomkraft hierzulande wieder zu aktivieren.

Politisch motivierte Kampagne um geplante Windräder

Die lokale Diskussion zu den geplanten Windparks im Kreis Lippe nahe Detmold und dem dort stehenden Hermannsdenkmal wurde auch politisch motiviert geführt: Eine ausführliche Analyse der Ereignisse sind in einem Faktencheck von «ZDF heute» zu finden.

(Stand: 15.5.2026)

Fact Checker Logo

Technologie

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen