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Behörden dementieren russisches Gerücht über Olena Selenska

In ihrem Kampf gegen Korruption sollen die ukrainischen Behörden SAP und NABU angeblich die Verhaftung von Wolodymyr Selenskyjs Ehefrau «Jelena» vorbereiten. Das verbreiten InternetNutzerinnen unter Berufung auf die russische Agentur Ria Nowosti. Ist das glaubwürdig?

Bewertung

Nein, es fehlt jeder Beweis, dass eine Festnahme der ukrainischen First Lady bevorstehe. Die ukrainischen Korruptionsbekämpfungsbehörden NABU und SAP haben dementiert, dass eine Untersuchung gegen Olena Selenska laufe. Das Gerücht wurde von der russischen Staatsagentur Ria Nowosti verbreitet, die als Kreml-Sprachrohr fungiert und schon häufiger mit anti-ukrainischer Propaganda aufgefallen ist.

Fakten

Das Nationale Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (NABU) widerspricht in einer Mitteilung auf Telegram klar dem Gerücht über eine bevorstehende Festnahme von Olena Selenska.

«Das NABU und die SAP weisen darauf hin, dass in russischen und prorussischen Medien eine neue Welle von Falschmeldungen über angebliche „Ermittlungen“ gegen die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten verbreitet wird», heißt es in dem Post. «Diese Informationen entsprechen nicht der Wahrheit. Das NABU und die SAP führen keinerlei Ermittlungsmaßnahmen durch, wie sie in den genannten Falschmeldungen behauptet werden.»

Die Behauptungen sind laut NABU «Teil einer systematischen Desinformationskampagne des Aggressorstaates» Russland. Die Behörde rief Bevölkerung und Medien dazu auf, «Informationen zu überprüfen, offizielle Quellen zu nutzen und nicht zur Verbreitung von Manipulationen und Falschmeldungen beizutragen», die Russland gegen die Ukraine einsetze.

Die ukrainische Spezial-Staatsanwaltschaft zur Korruptionsbekämpfung (SAP oder SAPO) veröffentlichte eine kürzere, aber inhaltlich gleichartige Erklärung auf Telegram.

Gerücht stammt von russischer Staatsagentur

Die deutschen Posts berufen sich auf die staatlich gelenkte russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Sie verwenden dabei die russische Version des Namens von Olena Selenska, Jelena. Niederländische Posts sprachen von «Elena Zelenskaya», was ebenfalls der Transkription des Namens aus dem Russischen entspricht.

Eine Internetsuche mit russischen Stichworten führt in der Tat zu einem Artikel von Ria Nowosti vom 17. Mai über die angeblich bevorstehende Festnahme von «Elena Zelenskaya». Dieser Bericht nennt «russische Sicherheitsdienste» als Quelle. Über die Gründe der angeblich geplanten Verhaftung bleibt die Meldung vage.

Ria Nowosti gilt als Sprachrohr des Kremls und verbreitet regelmäßig Desinformationen und anti-ukrainische Propaganda. Das Gerücht wurde von Vedomosti und anderen russischen Medien übernommen, die den Richtlinien des Kremls folgen.

Korruption in der Ukraine

Die Falschmeldung knüpft an reale Berichte über einen großen Korruptionsfall in der Ukraine an. In die Affäre sind auch Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj verwickelt.

Das NABU brachte im November 2025 ein kriminelles Netzwerk ans Licht, zu dem unter anderem aktuelle und frühere Funktionäre und der Geschäftsmann Tymur Minditsch, ein früherer Geschäftspartner von Selenskyj, gehören sollen. Energieministerin Switlana Hryntschuk und Justizminister Herman Haluschtschenko wurden entlassen.

Selenskyjs früherer Stabschef Andrij Jermak wurde Mitte Mai 2026 im Zusammenhang mit der Affäre festgenommen. Nach vier Tagen kam er gegen eine Kaution von 2,7 Millionen Euro wieder frei. Er muss aber eine Fußfessel tragen und darf das Land nicht verlassen. Öffentlich bekannt sind bislang keine Ermittlungen gegen Selenskyj oder Selenska im Zusammenhang mit dieser Affäre.

(Stand: 22.5.2026)

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Politik, Ukraine

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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