Bewertung
Nein, Currys Aussagen werden verzerrt wiedergegeben. Sie kritisiert in einem Interview lediglich einen ihrer Meinung nach «fabrizierten» Konsens über die Details der Klimakrise.
Fakten
Judith Curry beschäftigt sich seit Jahren mit Klimamodellen und betont ihre Unsicherheiten. Besonders das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der sogenannte Weltklimarat, steht immer wieder im Zentrum ihrer Kritik.
Das verbreitete Sharepic bezieht sich auf einen Beitrag des Blogs «Antiilluminaten TV». Darin wird als Quelle das Portal «The People’s Voice» genannt, das wiederum auf einen Artikel von John Stossel in der «New York Post» aus dem August 2023 verweist. Dieser Artikel enthält Auszüge eines Interviews, das Stossel zuvor mit Curry führte und auf Youtube veröffentlichte.
Curry wurde falsch zitiert
«The People’s Voice» gibt Currys Aussagen jedoch nicht korrekt wieder. Angeblich soll sie gesagt haben, es gebe einen überwältigenden Konsens darüber, dass die Klimakrise erfunden sei («Overwhelming Consensus Is Climate Crisis Is Manufactured»). Tatsächlich sagte sie, dass der Konsens, die Klimaveränderung sei eine Krise, konstruiert sei. Sie wollte damit betonen, dass es unterschiedliche Einschätzungen in der Wissenschaft gibt, nicht aber, dass die Mehrheit der Wissenschaftler die Klimaveränderung als Fiktion betrachtet.
Curry selbst stellt die grundlegenden Fakten zum Klimawandel nicht infrage. In einem Interview mit einem südafrikanischen Blog im Jahr 2022 sagte sie: «Die globalen Temperaturen steigen. Der Mensch gibt CO2 in die Atmosphäre ab. CO2 besitzt ein Infrarot-Emissionsspektrum, das insgesamt zur Erwärmung des Planeten beiträgt.»
Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zählen die Jahre 2015 bis 2024 zu den zehn wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Damit einher gehen ein rasanter Eisverlust der Gletscher, der steigende Meeresspiegel, die Erwärmung der Ozeane und immer häufigere Extremwetterereignisse. Der überwiegende Teil der Wissenschaft sieht den Menschen für diese Entwicklung verantwortlich.
(Stand: 19.3.2025)