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Bilder von brennendem Höhlenkloster in Kiew mit KI erstellt

Bei einem russischen Luftangriff auf Kiew mit mehreren Toten gerät Mitte Juni 2026 die Hauptkirche des Höhlenklosters in Brand. Im Netz behaupten prorussische Accounts danach, das Feuer sei hingegen «eine inszenierte Provokation der Ukraine» gewesen. Als vermeintlicher Beweis werden zwei Bilder von Fotofragen verbreitet, die sich mit ihren Kameras bereits vor dem Brand eine gute Position mit Blick auf das Weltkulturerbe gesichert haben sollen.

Bewertung

Falsch. Die angeblichen Fotos sind nicht echt, sondern mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) erstellen worden. Es gibt keine Beweise für die These, die Ukraine habe die Kirche vorsätzlich in Brand gesteckt.

Fakten

Unklar bleibt zunächst, ob das jahrhundertealte Höhlenkloster wegen direkter Einschläge russischer Geschosse oder durch herabfallende Trümmer nach dem Einsatz der ukrainischen Flugabwehr in Brand geraten war. Flammen züngelten aus dem Dach unter den vergoldeten Kuppeln der Mariä-Entschlafens-Kathedrale.

Vergleicht man die Bilder in sozialen Medien (jeweils angeblich eine Tag- und eine Nachtaufnahme) jedoch mit echten Aufnahmen der Kathedrale, so zeigen sich viele Ungereimtheiten. Mehrere Details deuten auf den Einsatz von KI hin:

  • Der massive Glockenturm neben der Kathedrale ist auf keinem der angeblichen Fotos zu sehen, obwohl der Turm in Wahrheit nur wenige Meter westlich der Kathedrale deutlich über diese hinausragt.
  • Auf dem vermeintlich tagsüber geschossenen Foto hat die Kathedrale teils grüne Kuppeln und einen Hauptturm mit quadratischer Grundfläche, während der reale Kirchenbau ein graues Dach mit durchweg goldenen Kuppeln vorweist sowie einen Hauptturm mit vielen Ecken, die diesen fast rund erscheinen lassen.
  • Auf dem angeblich nachts entstandenen Foto würde man auf dem kleinen Bildschirm an der Kamera des Fotografen die roten Flammen erwarten, die der Fotograf aufnimmt. Doch diese fehlen – ein typischer Logikfehler einer KI.
  • Obwohl die angeblichen Tag- und Nachtaufnahmen scheinbar aus derselben Richtung aufgenommen wurden, zeigen sie verschiedene Versionen der Kathedrale. Unterschiedlich sind zum Beispiel die Anzahl der kleinen Türmchen und die Form des Hauptturms. Zudem verändern die Gebäude um die Kathedrale im Vergleich zwischen den Bildern ihre Form oder verschwinden ganz, wie in dieser Gegenüberstellung zu sehen ist:

Erkennungstool bestärkt KI-Hinweise

Dass es sich nicht um echte, sondern um synthetische Bilder handelt, wird durch ein Tool der Firma OpenAI bestätigt. Das KI-Unternehmen ermöglicht es, Bilder auf seine Plattform hochzuladen um zu prüfen, ob diese ein KI-Wasserzeichen enthalten. Seit Ende Mai 2026 wird dieses digitale Synth-ID-Wasserzeichen allen mit OpenAI-Produkten erstellten Bildern hinzugefügt und ermöglicht so die Erkennung von KI-generierten Bildern.

Beide Bilder mit den Fotografen vor der Kathedrale enthalten der Analyse zufolge ein solches Wasserzeichen (siehe hier und hier) und wurden daher mit einem OpenAI-Tool erstellt.

Die online verbreitete Geschichte ist also haltlos und entbehrt jeglicher Grundlage.

Widersprüchliche Angaben von ukrainischer und russischer Seite

Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte mit, es seien auf dem Klostergelände Reste einer russischen Kamikaze-Drohne vom Typ Geran gefunden worden. Der Geheimdienst veröffentlichte auch Fotos dazu.

Nach nicht überprüfbaren Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums wurde das Höhlenkloster von einer Patriot-Rakete der ukrainischen Flugabwehr getroffen.

Immer wieder russische Angriffe auf Weltkulturerbe

Die Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Herzstück ist die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Kathedrale.

Nach Unesco-Angaben wurden seit dem russischen Angriff auf die gesamte Ukraine im Jahr 2022 mehr als 500 Kulturstätten beschädigt, darunter auch schon einmal das Höhlenkloster durch einen Angriff Anfang 2026.

(Stand: 9.7.2026)

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Russland, Künstliche Intelligenz, Ukraine

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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