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Geschichte über Selenskyjs Hauskauf in München ist ein Fake

Immer wieder kursieren online unbelegte Behauptungen über angebliche Immobilienkäufe des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Nun teilen Social-Media-Nutzer ein Video, in dem es heißt, Selenskyj habe eine luxuriöse Villa in München gekauft. Der angebliche Kaufpreis: etwa 14 Millionen Euro. Dazu werden in dem Clip virtuelle Luftaufnahmen der Software Google Earth von einem Haus mit Pool eingeblendet. Das Video wird auch von einer Facebook-Seite geteilt, die nach eigenen Angaben regionale Nachrichten für Bayern teilt. Was hat es mit diesem Video auf sich?

Bewertung

Die Geschichte ist ein Fake. Das in dem Video gezeigte Gebäude befindet sich im US-Bundesstaat Florida, nicht in München. Es gibt keinerlei Hinweise oder Belege für einen kürzlichen Hauskauf von Wolodymyr Selenskyj in der bayerischen Landeshauptstadt.

Fakten

Von wegen «Panoramablick auf die Isar»: In dem Video ist die Rede von einem Hauskauf im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Das Gebäude, von dem Google-Earth-Bilder gezeigt werden, steht aber nicht in Deutschland. Die Luftaufnahmen zeigen ein Haus im US-Bundesstaat Florida, wie ein Abgleich beim Kartendienst Google Maps zeigt.

Der Clip stammt ursprünglich von einem Tiktok-Account, der mehrere solcher Videos über Prominente und Politiker verbreitet. Belege für den angeblichen Immobilienkauf des ukrainischen Präsidenten liefert der Clip nicht. Stattdessen steht unter dem Post der Hashtag «#fake» – offenbar als Hinweis auf den erfundenen Inhalt des Beitrags.

Auch sonst lassen sich keinerlei Hinweise oder Berichte finden, die einen kürzlichen Hauskauf von Selenskyj in München-Bogenhausen beweisen könnten.

Masche auf Tiktok? Accounts erfinden Haus- oder Villenkäufe

Es ist nicht das erste Video dieser Art: Erst kürzlich verbreitete ein anderer Tiktok-Account erfundene Behauptungen über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Ähnliche Fakes gab es zuvor auch über Merz‘ Vorgänger Olaf Scholz (SPD) sowie über Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Immer wieder werden Politikern anhand von willkürlichen Google-Earth-Ansichten Villenkäufe angedichtet.

Über den ukrainischen Präsidenten Selenskyj kursieren online derweil regelmäßig unbelegte oder erfundene Geschichten von angeblichen Immobilienkäufen. So wurde ihm fälschlicherweise unterstellt, das Kehlsteinhaus, eine Immobilie mit NS-Vergangenheit am Obersalzberg (Oberbayern), gekauft zu haben.

Auch falsche Behauptungen über eine Villa in Florida machten bereits die Runde. Im Januar 2025 entkräftete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) das Gerücht, dass Selenskyj eine Villa in Florida gehöre. US-amerikanische Faktenchecker berichteten im März, dass in den Grundbuchverzeichnissen aller 67 Bezirke Floridas kein Eigentum unter seinem Namen registriert ist.

(Stand: 8.8.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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