KI erfindet Bilder mit Jeffrey Epstein und Zohran Mamdani - Featured image

KI erfindet Bilder mit Jeffrey Epstein und Zohran Mamdani

Seit das US-Justizministerium weitere Ermittlungsakten über Jeffrey Epstein veröffentlicht hat, sind die Verbindungen des Sexualstraftäters zu bekannten Personen erneut in den Fokus geraten. In sozialen Medien machen nun Bilder die Runde, die angeblich zeigen sollen, dass der neue Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, in Epsteins Kreisen großgeworden sei.

Zu sehen sind auf den Bildern Jeffrey Epstein selbst, neben ihm der frühere US-Präsident Bill Clinton, der Microsoft-Gründer Bill Gates, der Amazon-Gründer Jeff Bezos, eine Frau, die der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell ähnlich sieht, sowie ein Junge, der offenbar Zohran Mamdani darstellen soll. Auf einem Bild ist zudem eine Frau zu sehen, die Mamdanis Mutter Mira Nair ähnelt.

Bewertung

Es handelt sich um KI-generierte Bilder. Sie zeigen keine tatsächliche Situation.

Fakten

Die Bilder weisen mehrere Merkmale auf, an denen man erkennen kann, dass es sich um KI-generierte Darstellungen handelt.

Der erste Hinweis ist ihre Herkunft: Das Bild stammt aller Wahrscheinlichkeit nach von einem Parodie-Account auf der Plattform X, der in seiner Biografie angibt, mit KI zu arbeiten. In den KI- Bildern ist auch sein Logo «DFF» zu finden – etwa auf der roten Kleidung der Frau, die Mamdanis Mutter ähnelt, und auf dem Strandbild am Himmel links unter dem Zweig der Palme.

Bild weist spezifische Wasserzeichen der Google-KI auf

Der Parodie-Account hat ein weiteres KI-generiertes Bild einer frei erfundenen Situation mit Epstein, Mamdani und seiner Mutter veröffentlicht, zu der bereits ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erschienen ist.

Auch eine Analyse mit dem Tool SynthID von Google, dass Google-eigene KI-Kreationen erkennt, bestätigt, dass die Bilder mit einer KI des Konzerns erstellt wurden: «Eine Analyse mit dem SynthID-Tool hat ergeben, dass die Bilder digitale Wasserzeichen enthalten, die spezifisch für mit Google-KI (wie Gemini) erstellte Inhalte sind. Diese Markierungen sind für das menschliche Auge unsichtbar, dienen aber der eindeutigen Identifizierung als KI-generiert», teilte der Chatbot Gemini mit.

Weitere Hinweise geben logische Überlegungen. Korrekt ist, dass Mamdanis Mutter Mira Nair in den neu veröffentlichten Epstein-Akten auftaucht. Sie ist Filmregisseurin und war laut einer E-Mail im Oktober 2009 bei einer Film-Party im Haus der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell anwesend.

Die nun veröffentlichte E-Mail hatte die PR-Beraterin Peggy Siegal an Jeffrey Epstein geschrieben. Epstein schriftlich mitzuteilen, dass Nair auf der Party war, würde allerdings keinen Sinn machen, wenn er dort selbst mit ihr für ein Foto posiert hätte.

Keine Hinweise auf Existenz eines echten Fotos der Gruppe

Im Oktober 2009 war Mira Nairs Sohn Zohran Mamdani zudem 18 Jahre alt und kein Kind mehr, wie er von der KI dargestellt wird. Er wurde 1991 geboren. Die Konstellation der Menschen auf dem Bild kann also nicht stimmen. Es gibt auch bisher keine weiteren Hinweise, dass in den neuen Epstein-Akten so ein echtes Foto existiert.

Das KI-Bild mit Mamdanis Mutter Mira Nair in rotem Kostüm und Mamdani als Kind in schwarz basiert womöglich auf echten Fotos aus dem Jahr 2004 von einer Filmpremiere.

Schließlich finden sich kleine Fehlerspuren von KI-Verwendung. Die Bilder weisen zwar so gut wie keine typischen KI-Bildfehler auf. Doch einige Bereiche im Bild sollten Betrachter stutzig machen: Auf dem Strandbild etwa fallen Schatten an Personen in verschiedene Richtungen. Auf dem Stadtbild mit der Mutter in der Mitte wirken die Pupillen einiger Personen in der Menschenmenge ungewöhnlich – dies ist aber grundsätzlich angesichts der schlechten Bildqualität eher ein schwacher Hinweis.

US-Justizministerium veröffentlichte Epstein-Akten nach Gesetz

Das US-Justizministerium hatte Ende Dezember 2025 mit der Veröffentlichung der ersten Akten zum Sexualstraftäter Epstein begonnen, nachdem dies per Gesetz verfügt worden war. Mittlerweile sind elf Datensätze auf der Webseite des Justizministeriums zu finden.

Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte zu Politikern und bekannten Persönlichkeiten hatte. Oft kam die Frage auf, welche Prominenten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist allerdings kein Hinweis auf ein Fehlverhalten.

(Stand: 10.2.2026)

Fact Checker Logo

USA, Künstliche Intelligenz

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

Nach oben scrollen