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Mensch-zu-Mensch-Übertragung bei Andesvirus in seltenen Fällen möglich

Wenn ein Erreger in den Schlagzeilen auftaucht, dauert es meist nicht lang, bis unterschiedlichste Einschätzungen dazu verbreitet werden. Online wird derzeit ein Interviewausschnitt mit Wolfgang Wodarg geteilt, der schon während der Covid-19-Pandemie durch unbelegte Behauptungen aufgefallen war. Darin behauptet er, eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei beim Hantavirus in der wissenschaftlichen Literatur nicht belegt. Stimmt das?

Bewertung

Nein, die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung beim Andes-Typ des Hantavirus ist wissenschaftlich belegt.

Fakten

Hantaviren sind eine Familie von Viren. In der Regel infizieren sich Menschen über den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren. Es gibt eine spezifische Ausnahme: Beim sogenannten Andesvirus (einem Hantavirus-Typ in Südamerika) ist die Mensch-zu-Mensch-Übertragung wissenschaftlich belegt. Beim Hantavirus-Ausbruch auf der «Hondius» soll es sich laut Medienberichten um den Andes-Typ handeln.

Hanta-Pandemie gilt als unwahrscheinlich

Trotz nachgewiesener Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt eine Hantavirus-Pandemie als extrem unwahrscheinlich. Das Virus ist weitaus weniger ansteckend als etwa das Coronavirus Sars-CoV-2. Während letzteres über Aerosole – also durch die Luft – und oft bereits vor dem Auftreten von Symptomen verbreitet wird, erfordert das Andesvirus einen sehr engen, lang anhaltenden physischen Kontakt.

Geringe Gefahr für Weltbevölkerung

Eine Studie hat gezeigt, dass der R-Wert (die Anzahl der Menschen, die ein Infizierter ansteckt) bei einem Ausbruch in Argentinien nach einfachen Isolationsmaßnahmen und Quarantäne schnell gesunken ist. Dies zeigt, dass Hantavirus-Infektionsketten schnell unterbrochen werden können, sobald sie erkannt werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die Gefahr durch diesen spezifischen Ausbruch für die allgemeine Bevölkerung als gering ein. Dank der schnellen Identifizierung und der Isolierung der Betroffenen an Bord konnte die Infektionskette frühzeitig unterbrochen werden. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) geht von einem sehr geringen Risiko aus.

Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschriff «Hondius»

Am 2. Mai 2026 meldete das Kreuzfahrtschiff «MV Hondius» der WHO mehrere Patienten mit Atemwegserkrankungen. Das Schiff befand sich auf dem Weg von Argentinien in die Antarktis und später in den Südatlantik. Es konnte festgestellt werden, dass es sich um einen Ausbruch von Hantaviren handelt. Drei Personen sollen verstorben sein. Mittlerweile haben die Passagiere und Teile der Crew das Schiff verlassen. Sie wurden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer gebracht.

(Stand: 11.5.2026)

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Wissenschaft, Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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