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Video verbreitet KI-Fakes über Finanzminister Klingbeil

Im Geschäft der Desinformationen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Manchmal sind die Behauptungen so spektakulär, dass man von den angeblichen Vorfällen auch in den traditionellen Medien gehört haben müsste. Angeblich sollen zum Beispiel «mehrere Politiker im Zusammenhang mit Schleusung, Bestechung und Geldwäsche ins Visier der Ermittler geraten» sein. Ein Video soll vermeintlich die Festnahme von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigen.

Bewertung

Diese Behauptungen sind alle falsch, Videoszenen wurden mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt.

Fakten

Keine der Behauptungen ist wahr – wäre nur ein Vorwurf zutreffend gewesen, hätte das zahllose Reaktionen in Politik, Medien und Gesellschaft ausgelöst. Das ist ausgeblieben und weist darauf hin, dass an der Sache nichts dran ist.

In dem Video sind drei Szenen mit Bundesfinanzminister Klingbeil zu sehen. Keine von ihnen ist echt und aller Wahrscheinlichkeit sind alle mit KI erstellt.

Die letzte Szene des Videos, in der Klingbeil vermeintlich vor Gericht «ich bin unschuldig» sagt, stammt aus einem anderen Zusammenhang: Anfang Mai war der Klingbeil bei einer Sitzung der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel.

Bei dem Treffen machte ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP ein Foto des Ministers, das auch die Deutsche Presse-Agentur sendete; diese Aufnahme diente wohl als Basis für die KI-Fälschung. Nachzuvollziehen ist das über dieselbe Krawatte, die Klingbeil im Original wie in der Fälschung trägt. Auch Form und Position der Flasche auf dem Tisch und des Mikrofonhalters sowie der Hintergrund entsprechen dem Originalfoto.

Außerdem klingt die Stimme von Klingbeil in der Realität ganz anders als in den Clips. Für die Szene der angeblichen Festnahme durch die Polizei könnte ein Foto von Klingbeil in gleicher Montur mit schwarzer Krawatte als Futter für die KI gedient haben.

In dem Post mit den gefälschten Videoschnipseln ist ein Artikel verlinkt. Dort werden ähnliche Behauptungen wie im Facebookpost aufgestellt, ohne dass irgendeine Quelle genannt würde, aus der die Autoren das wissen wollen.

(Stand: 12.5.26)

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Künstliche Intelligenz, Politik

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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