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Nasa-Logos sind bei Raumkapseln in Material eingearbeitet

Nach einem erfolgreichen Flug ins All kehren Raumkapseln unter extremen Bedingungen zur Erde zurück. Zuletzt wurde am 11. April 2026 über die Landung der «Integrity», einer Orion-Kapsel des Nasa-Raumfahrtprogramms «Artemis», berichtet. Kurz darauf verbreitet sich in sozialen Netzwerken ein Bild, das die Landung mindestens eines Astronauten im Meer, inmitten der Suchtrupps, zeigen soll.

Der Bildtext suggeriert, ein Nasa-Aufkleber an der Außenwand habe Temperaturen von 3.000 Grad und Geschwindigkeiten von 38.000 km/h unbeschadet überstanden. Die sarkastische Formulierung lässt erkennen, dass, wie schon bei früheren Fällen, die Echtheit der NASA-Raummission infrage gestellt werden soll.

Bewertung

Eine hitzebeständige Platzierung von Logos ist möglich, etwa durch die Einarbeitung in das Material der Außenhülle. Das Bild weist jedoch klare Hinweise auf eine KI-Generierung auf.

Fakten

Raumfahrtkapseln sind beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, wie bereits im Beitrag erwähnt, extremen Temperaturen ausgesetzt. Externe Oberflächen werden dabei trotz Hitzeschild stark belastet oder teilweise abgetragen.

Ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bestätigt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass klassische Aufkleber diesen Bedingungen nicht standhalten würden. Stattdessen würden Logos «in die Oberfläche des Hitzeschutzschilds eingeätzt oder anders speziell behandelt».

Als Beispiel wird ein Foto der geborgenen Kapsel der zweiten Artemis-Mission angeführt: Darauf ist ein Nasa-Logo auf der Außenhülle deutlich beschädigt, aber noch erkennbar.

Physikalisch nicht erklärbare Details

Eine Bilderrückwärtssuche zeigt, dass die Szene in identischer oder ähnlicher Form vielfach in sozialen Medien verbreitet wird, teilweise auch als Video. Bei der Nationalen Luft- und Raumfahrtbehörde der USA (Nasa) oder in gängigen Bilddatenbanken findet sich jedoch keine entsprechende Aufnahme oder alternative Perspektive dieser Szene.

Zudem weichen Form und Farbe der Kapsel deutlich von der kürzlich gelandeten Orion-Kapsel der Artemis-II-Mission ab. Sie erinnert eher an das Befehlsmodul des bis 1972 laufenden Nasa-Raumfahrtprogramms Apollo. Die hohe Auflösung des Bildes und deren digitale Optik machen eine Zuordnung zu diesem seit Jahrzehnten eingestellten Projekt jedoch nichtig.

Auch räumliche Details sprechen gegen eine authentische Aufnahme: Die Kapsel wirkt im Verhältnis zu den Personen zu klein. Zudem fehlen physikalisch notwendige Elemente wie aufblasbare Auftriebskörper: Aufrichtsysteme wie CMUS bei Artemis oder die Flotation Bags bei Apollo-Modulen fehlen.

Visuelle Unstimmigkeiten sprechen für Künstliche Intelligenz

Diese Auffälligkeiten weisen auf eine Erstellung mit Künstlicher Intelligenz (KI) hin. Hinzu kommt, dass der Astronaut ohne erkennbare Sicherung, vollständig ausgerüstet mit Helm und Handschuhen, an der Luke sitzt oder steht.

Wie beispielsweise in einem medial aufgegriffenen Video einer Helmkamera des Bergungsteams der Artemis II zu sehen ist, haben die Astronauten nach Öffnen der Luke und bereits im Inneren sitzend keine Helme auf.

(Stand: 21.04.2026)

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USA, Künstliche Intelligenz, Gesellschaft, Technologie

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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