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Norweger kauften 2025 fast 100 Mal mehr Elektroautos als Diesel

Norwegen gilt als Vorzeigeland der Elektromobilität. Seit mehr als 30 Jahren werden E-Autos dort gefördert – mit durchschlagendem Erfolg. Doch damit sei es jetzt vorbei, behaupten Nutzer sozialer Netzwerke. «Das Norwegen-Märchen platzt», verkündet einer. Die Kosten schössen durch die Decke, im Schnee knickten die Batterien ein, Konsequenz: «Die Leute kaufen wieder Diesel.» Wirklich? Schauen wir mal auf die Zulassungszahlen.

Bewertung

In Norwegen wurden im vergangenen Jahr fast 100 Mal mehr Elektroautos neu zugelassen als Dieselfahrzeuge. Die jüngsten Monatszahlen fallen noch extremer zugunsten der E-Autos aus.

Fakten

Der Europäische Autohersteller-Verband ACEA bilanziert jeden Monat die Zulassungszahlen im Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem auch Norwegen gehört. Für das gesamte Jahr 2025 gibt der Verband dort eine Zahl von 172.231 neu zugelassenen E-Autos an – ein Plus von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dem standen 1.773 Autos mit Dieselmotor gegenüber, was einem Minus von fast 40 Prozent entspricht. Insgesamt wurden 2025 in Norwegen knapp 180.000 Neuwagen zugelassen. Den Löwenanteil stellen also vollelektrische Fahrzeuge.

Es gibt auch keinen aktuellen Umschwung, der die Aussage des Posts begründen könnte. Im Februar 2025 wurden in Norwegen laut ACEA 7.127 neue E-Autos zugelassen. Das waren 98 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. Der Absatz von Dieselautos hingegen sackte weiter ab: um rund 54 Prozent auf nur noch 67 Fahrzeuge. Auf jeden neuen Diesel kamen also mehr als 100 neu zugelassene Elektroautos.

Richtig ist, dass sich einige gesetzliche Regelungen in Bezug auf Elektroautos in Norwegen geändert haben. Das führte dazu, dass viele Autokäufer und -käuferinnen dort noch im Dezember ein neues Fahrzeug anschafften und die Absatzzahlen im Januar deutlich zurückgingen. Schon im März normalisierte sich der Absatz aber wieder und brachte nach Angaben des Fachmediums «Electrive» sogar einen neuen Rekordanteil der E-Fahrzeuge von 98,4 Prozent mit sich.

Die Regierung in Oslo hatte im Oktober 2025 angekündigt, Steuervergünstigungen für teurere E-Autos abzuschaffen. Schon Ende 2022 waren einige Vorteile ausgelaufen. Dem Interesse der Verbraucher an E-Autos hat das offensichtlich keinen Abbruch getan.

E-Autos fahren auch bei Frost

Und die Behauptung des Posts, im Schnee knickten die Batterien der E-Autos ein? Die Autofahrerinnen und Autofahrer in Skandinavien haben damit offenbar keine grundlegenden Probleme. «Niedrige Temperaturen sind für moderne Elektroautos weniger problematisch als vielfach angenommen», bestätigt der Auto-Club Europa (ACE). Man solle sich nur an einige Tipps halten.

Als Märchen entpuppt sich schließlich auch die Warnung, Insassen eines Elektroautos seien extrem hoher Strahlung ausgesetzt. Der ADAC hatte das mit Fachleuten anderer Organisationen im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz untersucht. Das Ergebnis: «Die umfangreiche Studie mit über 975.000 Einzelmessungen hat gezeigt, dass keine gesundheitliche Gefährdung im E-Auto oder bei E-Motorrädern besteht.»

(Stand: 14.4.2025)

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Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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