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Schweizer Medienbericht über Hantavirus-Testzentren ist ein Fake

In sozialen Netzwerken macht ein vermeintlicher Medienbericht zum Hantavirus die Runde. «Schweiz: Hanta-Testzentren starten nach Pfingsten», heißt es dazu online. Unter dem Logo von «Schweiz aktuell», einer Nachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Schweizer Radio- und Fernsehens (SRF), wird darin der angebliche Beginn von Impfungen gegen das Hantavirus ab Ende Mai angekündigt. Was hat es damit auf sich?

Bewertung

Der Bericht ist eine Fälschung, das Logo des Senders wird missbräuchlich verwendet. Es gibt keine Planungen für Testzentren oder Impfungen in der Schweiz angesichts der Infektionen auf einem Kreuzfahrtschiff mit dem Andes-Typ des Hantavirus. Ein Gesundheitsrisiko für die breite Bevölkerung wird von der WHO, den Schweizer Behörden sowie Experten als niedrig eingestuft.

Fakten

Der Bericht soll angeblich von der Sendung «Schweiz aktuell» stammen. Doch der fragliche Beitrag lässt sich in den Sendungen aus dem Mai 2026 nicht finden. Auf der Website des SRF bezieht sich die Berichterstattung über Testzentren ausschließlich auf die Coronavirus-Pandemie. Auch sonst lassen sich keinerlei Hinweise und Informationen in anderen Medien oder bei der Schweizer Regierung auf Hantavirus-Testzentren finden.

Stattdessen führen Bilderrückwärtssuchen zu Beiträgen mit besserer Bildauflösung. Darin fallen Ungereimtheiten auf: Bei Sekunde 5 ist rechts am Bildrand hochkant ein Schriftzug zu sehen, in dem die Buchstaben verschwimmen. Auch die Schrift auf dem Plakat, das bei Sekunde 10 links im Bild zu sehen ist, ergibt keinen Sinn. Solche Fehler treten typischerweise bei mit Künstlicher Intelligenz erstellten Inhalten auf.

Zudem enthält das Video logische Fehler: So scheinen die Testzentren schon in Betrieb zu sein – obwohl sie doch erst Ende Mai eröffnet werden sollten. Weiter heißt es, in den Testzentren würden Impfungen angeboten. Was nun: Handelt es sich um ein Test- oder Impfzentrum?

Es gibt bisher keinen Impfstoff gegen Hantaviren

Eine Impfung gegen Viren der Hantavirus-Familie existiert bisher nicht – auch nicht gegen den Andes-Typ, der kürzlich aufgrund von Infektionen auf einem Kreuzfahrtschiff Schlagzeilen machte. Die Schweizer Gesundheitsbehörde sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufen das Gesundheitsrisiko für die breite Bevölkerung jedoch als gering ein und informieren über die fehlenden Impfstoffe. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland geht von einem sehr geringen Risiko aus. Forschungen zur Entwicklung eines Impfstoffes dauern an.

Szenen in dem gefälschten Bericht erinnern unterdessen an Regelungen, die im Zuge der Coronavirus-Pandemie verhängt wurden. Die Schweizer Behörde stellt allerdings klar, dass es keinerlei Maßnahmen hinsichtlich des Hantavirus-Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff gibt.

(Stand: 27.5.2026)

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Gesundheit

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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