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Angebliche CNN-Entschuldigung gefälscht, Journalistin erfunden

Nach den Schüssen bei einer Gala von Hauptstadtkorrespondenten in Washington wird dem Angreifer ein Mordversuch an US-Präsident Donald Trump zur Last gelegt. Der dramatische Vorfall beschäftigt weiterhin Menschen in sozialen Netzwerken. Dabei geht es auch um das Verhalten der Dinner-Gäste während der Evakuierung und nach dem Anschlagsversuch. Auf Facebook etwa verbreitet sich ein Screenshot eines angeblichen Artikels des britischen Mediums «Daily Mirror». Darin heißt es, der US-Sender CNN habe sich dafür entschuldigt, dass seine Ukraine-Korrespondentin Olesya Bezruchko während der Evakuierung mehrere Flaschen Wein gestohlen habe. Stimmt das?

Bewertung

Falsch. Der Bericht des «Daily Mirror» ist eine Fälschung. Weder hat CNN eine solche Entschuldigung veröffentlicht, noch findet sich eine Korrespondentin des Senders mit dem genannten Namen.

Fakten

Sucht man auf der Webseite des «Daily Mirror» nach einem Artikel mit der Überschrift «CNN has apologized for its Ukrainian correspondent who stole wine», so findet sich kein Treffer. Auch auf der Webseite von CNN oder anderswo im Netz lässt sich keine solche Entschuldigung finden. Ebenso gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Person mit dem Namen Olesya Bezruchko für CNN arbeitet, geschweige denn die Ukraine-Korrespondentin des Senders ist.

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte ein Sprecher von CNN schriftlich: «Dieser Bericht ist komplett falsch.»

Auffällig ist, dass die Fälschung einem bekannten Muster folgt: Gefälschte Berichte unter dem Namen großer Medienmarken zu verbreiten, ist eine seit Jahren bekannte Masche prorussischer Desinformation. Sie war Teil der 2022 aufgedeckten Doppelgänger-Kampagne, die solche gefälschten Kopien von Medien benutzt hat, um Propaganda und Falschinformationen zu verbreiten.

Die EU hat fünf mit dem russischen Staat verbundene Organisationen und sieben Menschen als mutmaßliche Verantwortliche hinter der Desinformationskampagne bereits 2023 sanktioniert.

Online spotten Nutzer über Flaschen-Mitnahme

Doch die Kampagne besteht weiter. Ihr wird auch die sogenannte «Operation Overload» zugerechnet. Seit einigen Jahren verschicken anonyme Mail-Accounts Hinweise auf angeblich echte Medienberichte, vorrangig an Faktencheck-Organisationen, um sie gewissermaßen zu überlasten und von anderen Falschbehauptungen abzuhalten.

Das Faktencheck-Team der dpa hat ebenfalls Links, die zu dem gefälschten Artikel führen, per Mail erhalten. Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn sich die gefälschten Berichte zu einem wichtigen aktuellen Thema auf verschiedenen Plattformen verbreiten, greift dpa sie in einem Faktencheck auf – so wie in diesem Fall.

Die Falschnachricht über die erfundene CNN-Entschuldigung sattelt auf kontrovers diskutierte Internet-Videos auf: Online verbreiten sich Clips, in denen zu sehen ist, wie Gäste beim Korrespondentendinner in Washington Wein- und Sektflaschen einzustecken scheinen.

Doch es ist weder geklärt, ob die gezeigten Personen Journalisten sind – denn auf dem Gala-Dinner waren auch Mitarbeiter aus dem politischen Betrieb oder Prominente als Gäste geladen – noch lässt sich eindeutig sagen, ob die Mitnahme der Flaschen Diebstahl ist. Nach Angaben der Faktencheck-Organisation «Lead Stories» waren die Getränke Teil der Gala-Tickets, welche die Gäste bezahlen müssen.

(Stand: 29.4.2026)

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USA, Ukraine

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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