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Angebliche Pläne von Péter Magyar für EU-Amt für Viktor Orban sind Falschmeldung

In wenigen Tagen soll der neue ungarische Premierminister Péter Magyar sein Amt antreten. Er löst nach 16 Jahren den Rechtspopulisten Viktor Orbán ab. In sozialen Netzwerken verbreitet sich nun, dass Magyar vorgeschlagen habe, Viktor Orban solle im Jahr 2029 für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission gegen Ursula von der Leyen kandidieren. «Viktor Orbán kann Präsident der Europäischen Kommission werden. Er hat eine Vision und eine harte Haltung zur Migration», soll Magyar laut Facebook-Beiträgen gesagt haben. Was ist da dran?

Bewertung

Falsch. Einen solchen Vorschlag hat der neue ungarische Premierminister Péter Magyar nicht gemacht. Das Zitat ist eine irreführende Zusammenfassung einer Interview-Aussage Magyars aus dem Jahr 2024. Er stellte damals eine Was-wäre-wenn-Frage, sagte aber auch über Orban, dass er und die Mehrheit der Ungarn nicht mit ihm einverstanden seien.

Fakten

Als die Tisza-Partei des konservativen Oppositionspolitikers Péter Magyar bei der ungarischen Parlamentswahl am 12. April eine Zweidrittelmehrheit erreichte, war das europaweit eine weit verbreitete Nachricht. Damit wird Magyar den seit 16 Jahren regierenden Rechtspopulisten Viktor Orban an der Spitze der Regierung ablösen.

Magyar hat seinen Konkurrenten Orban immer wieder scharf für dessen illiberale Regierungsführung und Korruption in Orbans Umfeld angegriffen. Würde der neue ungarische Ministerpräsident seinen Vorgänger also tatsächlich als Kandidaten für ein hohes EU-Amt vorschlagen, wäre das wohl europaweit ebenfalls eine Nachricht.

Doch weder auf Deutsch, noch auf Englisch finden sich dazu entsprechende seriöse Medienberichte. Das angebliche Zitat ist nicht auffindbar. Auch dem für Ungarn zuständigen Korrespondenten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist eine solche Nachricht nicht bekannt.

In einigen Beiträgen zu der Falschmeldung ist ein Video-Interview mit Magyar zu sehen. Darin sagt er auf Ungarisch laut der englischen Untertitel: «Was wäre, wenn Viktor Orban Präsident der Europäischen Kommission würde oder Präsident des Europäischen Rates?»

Doch zum einen ist dies ein altes Interview. Es wurde im Mai 2024 vom Nachrichtenportal Telex geführt, kurz vor der Europawahl. Orban war damals noch Ministerpräsident in Ungarn und Péter Magyar hatte erst wenige Wochen vorher mit ihm und der regierenden Fidesz-Partei gebrochen und sich der Tisza-Partei angeschlossen. In dem Interview macht also nicht der kommende Ministerpräsident Magyar Aussagen über seinen geschlagenen politischen Gegner.

Zum anderen drückte er darin keine Zustimmung zu einer Kandidatur Orbans für ein hohes EU-Amt aus oder forderte ihn dazu auf. In dem relevanten Teil des Interviews geht es darum, dass starke Führungspersönlichkeiten in der EU fehlen. Magyar bespricht daraufhin verschiedene Beispiele. Er diskutiert etwa auch das Für und Wider, wenn der französische Präsident Emmanuel Macron ein hohes EU-Amt übernähme. Oder eben, wenn es Orban wäre.

Über Orban sagt Magyar allerdings, dass er und die Mehrheit der Ungarn nicht mit ihm einverstanden wären. Er sagt, dass Orban «eine Vision» habe, zugleich aber seine Anti-Migrations-Politik «aus innenpolitischen Gründen» betrieben habe. Ein Vorschlag für eine Kandidatur geht auch aus dem zwei Jahre alten Interview nicht hervor.

(Stand: 6.5.2026)

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Migration, EU

Autor(en): dpa

Ursprünglich hier veröffentlicht.

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